Baustart für Wittekindshofer Wohnhaus in Ahaus

Ahaus (AM). „Die Vorbereitungsphase für das Wohnhaus für Menschen mit Behinderung auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbades war zu lang. Wir sind dankbar, dass Politik, Verwaltung und viele Ahauser Bürgerinnen und Bürger in dieser harten Geduldsprobe weiterhin hinter uns stehen. Jetzt ist alles geklärt und wir werden noch in dieser Woche öffentlich ausschreiben“, erklärt Diakon Reiner Breder, der als Ressortleiter für die Angebote der Diakonischen Stiftung Wittekindshof im Kreis Borken verantwortlich ist.

Grünes Licht ist vor wenigen Tagen von der <link https: www.sw-nrw.de home external-link-new-window>Stiftung Wohlfahrtspflege NRW gekommen. Der Stiftungsrat hat für den Bau und die Ausstattung des Wohnhauses eine Förderung in Höhe vom 591.200 Euro bewilligt. „Damit ist der Weg frei für die öffentliche Ausschreibung der Bauarbeiten, zu der wir verpflichtet sind beispielsweise wegen der Wohnungsbaufördermittel“, berichtet Breder, der davon ausgeht, dass bis Weihnachten der Zuschlag für die Erd- und Rohbauarbeiten erfolgt, so dass Anfang des Jahres die Baustelle eingerichtet und mit dem Bau begonnen werden kann. Die Fertigstellung ist für Sommer 2019 geplant. Die Baukosten werden auf 2,3 Millionen Euro  beziffert. Neben bereits zugesagten Wohnungsbaufördermitteln ist ein Förderantrag bei Aktion Mensch gestellt.

Vier Wohneinheiten für jeweils sechs Personen

Auf dem Grundstück zwischen Arnoldstraße und Wessumer Straße werden nach den Plänen des Ahauser Architekturbüro Tenhündfeld das L-förmige zweigeschossige Wohnhaus und ein separates Gebäude für Tagesstrukturierende Angebote einen geschützten Innenhof bilden. Der Zugang erfolgt über die Arnoldstraße. In jeder Etage sind zwei kleine Wohneinheiten mit jeweils sechs Einzelzimmern mit eigenem Bad geplant. „Die Hälfte der Zimmer hat eine größere Grundfläche, um Frauen und Männern mit Rollstühlen und Gehhilfen Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Außerdem können wir mit wenig Aufwand zwei Einzelzimmer in ein Doppelappartement umwandeln, um Paarwohnen zu ermöglichen“, kündigt Geschäftsbereichsleiter Diakon Jörg Frieske an.

Er freut sich, dass mittlerweile Diakon Joscha Springer aus Gronau als zukünftiger Bereichsleiter für den Neubau benannt ist. Der 30- jährige  Erzieher schließt im nächsten Jahr sein Sozialpädagogikstudium in Enschede ab, ist im Rahmen einer Elternzeitvertretung zur Zeit als stellvertretender Geschäftsbereichsleiter tätig und bringt mehrjährige Berufserfahrung aus verschiedenen Wittekindshofer Wohnhäusern in Bad Oeynhausen, Bünde und Gronau sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche einschließlich Heilpädagogischer Intensivbetreuung mit: „In Ahaus werde ich besonders auf Erfahrungen in Bünde zurückgreifen, wo der Wittekindshof ebenso wie jetzt in Ahaus vor gut zehn Jahren das erste Wohnhaus  für Menschen mit Behinderung eröffnet hat. Auch in Ahaus möchte ich Kontakte zur Nachbarschaft, zu Vereinen, Schulen und anderen Sozialanbietern aufbauen. Davon profitieren die Menschen mit Behinderung, aber es können auch unsichtbare Mauern abgebaut und Fragen geklärt werden, bevor sich daraus Probleme entwickelt“, kündigt Springer an.

Erwachsene jeden Alters mit unterschiedlicher Behinderung

Er wird in den nächsten Wochen zusammen mit Jörg Frieske viele Gespräche mit Angehörigen, aber auch Frauen und Männern führen, die Interesse an einem Umzug in den Neubau haben. „Vier Einzelzimmer sind für Neuaufnahmen aus Ahaus reserviert. Außerdem wird es Umzüge aus anderen Wohnhäusern geben, weil Bewohner ursprünglich aus Ahaus und Umgebung stammen und sich durch den Neubau die Wege für Angehörige erheblich verkürzen“, berichtet Frieske, der davon ausgeht, dass die 24 Bewohnerinnen und Bewohner sowohl bezüglich ihres Alters als auch aufgrund der Art und des Grades der Behinderung einen sehr unterschiedlichen Unterstützungsbedarf haben werden. „Unsere Aufgabe wird es sein, mit jedem einzelnen eine individuelle Teilhabeplanung zu erarbeiten, in der Wünsche ebenso berücksichtigt werden, wie das, was beispielsweise aus gesundheitlicher Sicht notwendig ist“ erklärt Frieske, der allen Bewohnerinnen und Bewohnern neben der Wohngruppe einen zweiten Lebensraum eröffnen will: „Wer nicht in einer Werkstatt oder in einem anderen Betrieb arbeiten geht, kann an Tagesstrukturierenden Angeboten teilnehmen, die wir in einem separaten Gebäude auch für Bürgerinnen und Bürger mit Behinderung aus Ahaus anbieten werden“, erklärt der Geschäftsbereichsleiter.

Wohnhaus Arnoldstraße

  • Wohnhaus für Frauen und Männer mit geistiger und mehrfacher Behinderung
  • L-förmiger barrierefreier Neubau mit zwei Etagen
  • Gebäude für Tagesstrukturierende Angebote im Innenhof
  • 24 Einzelzimmer jeweils mit eigenem Bad
  • vier Wohneinheiten für jeweils sechs Personen
  • Bewohnerschaft von Anfang zwanzig bis in hohe Rentenalte.