Bad Oeynhausen-Volmerdingsen/Lübbecke/Bünde (JP). Ehrenamtliches Engagement geschieht oft im Verborgenen. Den Einsatz freiwilliger Helfer sichtbar zu machen und Frauen und Männer, die in ihrer Freizeit Menschen mit Behinderung unterstützen, in den Mittelpunkt zu rücken, das war Ziel des Ehrenamtstages in der Wittekindshofer Werkstatt an der Sonnenbrede in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen.
"Die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) hat zwei Aufgaben: Arbeit und Tagesstruktur schaffen und persönliche Bildung ermöglichen. Und bei letzterem sind Sie gefragt und aktiv, liebe Ehrenamtler", sagt Diakon Stephan Miegel, zuständiger stellvertretender Geschäftsbereichsleiter, in seiner kurzen Begrüßungsansprache. "Sie wischen hier aber nicht den Essraum. Sie gehen bewusst Tätigkeiten nach, den Ihren lebenspraktischen Erfahrungen und ihren Vorlieben entsprechen: Die pensionierte Lehrerin übt mit Kleingruppen das Einmaleins, andere gehen Spazieren, wieder andere lesen Bücher vor im Arbeitsbereich für Menschen mit schwersten Mehrfachbehinderungen."
Für jeden den passenden Einsatzort
Ehrenamt, das zum Menschen passt, lautet das Motto der Wittekindshofer Freiwilligenzentrale. "Wir finden gemeinsam mit Ihnen den perfekten Einsatzort für Sie. Das kann hier in der Werkstatt sein, im Wohnbereich oder in der Freizeitgestaltung. Für jeden ist etwas Passendes dabei. Einige von Ihnen haben bereits Ihren vielleicht perfekten Bereich gefunden, sich besonders verdient gemacht und sollen deshalb heute etwas mehr im Mittelpunkt stehen", kündigt Sandra Pollex von der Wittekindshofer Freiwilligenzentrale an. Verdutzte Blicke. Es folgt eine kleine Ehrung mit viel Applaus und einem kleinen Präsent aus der Wittekindshofer Manufructur - selbstgemachte Säfte und Chutneys.
Nacheinander werden aufgerufen: Margarete Bröcker, die sich im Kontakt- und Informationszentrum (KIZ) Lübbecke in der Hauswirtschaft engagiert, Hans-Jürgen Hoffmann, der seine Tatkraft ebenfalls im KIZ Lübbecke einbringt, Manfred Moning, der im KIZ Bünde mit anpackt und auch spontan schnelle Hilfe leistet sowie Gerold Haugk, der sich über viele Jahre an diversen Stellen im Wittekindshof und seit neuestem bei den Johannitern im Sprachcafé engagiert.
Ehrenamt ist Klebstoff der Gesellschaft
"Sie sind der Klebstoff der Gesellschaft, um es mit den Worten von Innenminister Jäger zu sagen", betonte Bürgermeister Achim Wilmsmeier, der ebenso wie Vertreter der Johanniter und der städtischen Ehrenamtsbörse der Einladung zum Ehrenamtstag in der Wittekindshofer Werkstatt gefolgt ist. "Dieser Abend macht deutlich, wie wichtig Ehrenamt ist. Ehrenamt bedeutet Wertschätzung der Mitmenschen, man übernimmt eine wertvolle Aufgabe. Lassen Sie sich heute feiern, auch wenn Sie die große Bühne meist gar nicht wollen. Ihre Bescheidenheit ist es, was Ihren Einsatz so sympathisch macht", bedankte sich Wilmsmeier.
Nach einer kleinen Andacht und gemeinsamen Abendbrot, wurden Führungen durch die Werkstatt angeboten, um dem ein oder anderen Engagierten eine neue oder weitere Einsatzmöglichkeit zu bieten.