Bad Oeynhausen/ Löhne/ Vlotho/ Bünde (AM). „Es ist etwas Besonderes, wenn sich eine Person über 25 Jahre in der Mitarbeitervertretung engagiert. Dass sich bei uns zwei Frauen und drei Männer über ein Vierteljahrhundert für die Belange der Mitarbeitenden einsetzen, ist ein ganz außergewöhnliches Jubiläum, von dem ich in dieser Konstellation noch nie gehört habe“, erklärte Ressortleiterin Elke Ruthenkolk als Dienstellenleiterin der Diakonischen Stiftung Wittekindshof.
In einer kleinen Feierstunde hat sie mit Blumen und Geschenken Ursula Eversen aus Vlotho, Annette Mathemeier und Reinhard Scheer aus Bad Oeynhausen, Martin Backer aus Bünde und Hans-Jürgen Kämper aus Löhne für ihren Dienst in der Mitarbeitervertretung (MAV) geehrt: „Sie haben Partei ergriffen für Mitarbeitende und den Finger in die Wunde gelegt, denn Sie vertreten Ihre Position mit Nachdruck und langem Atem, aber Sie sind konstruktiv und haben Argumente. Wir müssen mit Ihrem Widerspruch rechnen, aber können auch auf Ihr Mitdenken bauen“, betonte Ruthenkolk.
Dem Dank hat sich Christian Rüter, der Vorsitzende der Gesamtmitarbeitervertretung, angeschlossen: „Eure Erfahrung ist unsere Stärke. Ihr teilt Eurer Wissen und Eure Erfahrung mit uns jüngeren MAV-Mitgliedern. Für mich als MAV-Vorsitzenden ist es wichtig, dass wir als starke Gemeinschaft für unsere Kolleginnen und Kollegen eintreten. Eure 125-jährige Erfahrung ist dabei ein wertvoller Schatz für alle!“
Arbeit der Mitarbeitrervertertung professionalisiert
Die Fünf Jubilare sind im Qualitätsmanagement oder im Sozialdienst der Wittekindshofer Werkstätten, im Internat des Berufsbildungswerkes, in der Tagesstruktur oder und in der Fort- und Weiterbildung tätig. Während Annette Mathemeier sich daran erinnert, dass bei ihrer ersten Wahl Frauen in der MAV noch deutlich unterrepräsentiert gewesen seien, lobt Reinhard Scheer, dass heute Frauen und Männer aus ganz verschiedenen Arbeitsbereichen mit viel oder weniger Berufserfahrung sich gegenseitig in der Mitarbeitervertretung ergänzten. „Im Laufe der Jahre ist die Arbeit immer professioneller geworden. Wir besuchen gezielt Fortbildungen und müssen im Mitarbeitervertretungsgesetz zuhause sein, damit wir die Rechte und Pflichten kennen. Wir sind parteiisch für Mitarbeitende und setzen uns dafür ein, dass Ungerechtigkeiten vermieden werden“, erklärte Scheer.
Prägende Entwicklungen
Prägend für ihre Tätigkeit in der Mitarbeitervertretung ist für Ursula Eversen die Dezentralisierung von fünf auf heute über hundert Standorten: „Das war auch für Mitarbeitende mit vielen Veränderungen verbunden, die Ängste ausgelöst haben. Wir haben immer wieder Gespräche geführt, Fragen geklärt und die Kolleginnen und Kollegen persönlich begleitet und regionale Mitarbeitervertretungen aufgebaut, um auch für die Kolleginnen im Ruhrgebiet oder in Gronau kurze Wege zur MAV zu ermöglichen“, berichtet Eversen, die besonders stolz ist, dass auch durch die Beteiligung der Mitarbeitervertretung seit vielen Jahren ein gut funktionierendes Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) für Mitarbeitende nach schwerer und längerer Krankheit zur Verfügung stehe.
Hauptarbeitsschwerpunkt für Hans-Jürgen Kämper war von Anfang an das Thema Sucht. Bereits vor zwölf Jahren hat er maßgeblich an der ersten und auch bei der späteren Aktualisierung der Dienstvereinbarung Sucht mitgearbeitet. Sie ziele darauf, bei Suchterkrankungen gezielt zu helfen, aber auch Handlungssicherheit zu geben, wie sich Mitarbeitende bei Suchterkrankungen im Kollegenkreis richtig verhalten. Seit zwei Jahren ist Kämper auch teilweise von seiner sonstigen Arbeit freigestellt, um als Betrieblicher Ansprechpartner Sucht im Wittekindshof zu arbeiten.