Minden (AM) . "Auch Menschen mit Behinderung, die auf viel Unterstützung angewiesen sind, wünschen sich eine eigene Wohnung, wollen Wohnzimmer, Küche und Bad höchstens mit einem Mitbewohner, aber nicht mit einer ganzen Gruppe teilen", erklärte Diakonin Jaana-Ann Schwennen, die für die Wohnnagebote der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Minden verantwortlich ist. In den letzten Jahren, hat sie mit ihren Mitarbeitenden verschiedene Wohnformen für Menschen mit Behinderungen in den beiden Wittekindshofer Wohnhäusern in der Friedrichstraße und in der Pöttcherstraße, aber auch gemietet Wohnungen und Häusern entwickelt.
Barriefreie und rollstuhlgerechte Wohnungen in Minden
"Die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen sind individuell unterschiedlich und verändern sich im Laufe des Lebens. Grundsätzlich gilt: soviel Unterstützung wie nötig und so viel Selbständigkeit wie möglich", betont Schwennen. Ein großes Problem dabei sind fehlende Wohnungen: "Bezahlbar, barrierefrei und in zentraler Lage, denn kaum jemand kann Mofa geschweige denn Auto fahren", berichtet Schwennen, die sich umso mehr freut, dass in Kooperation mit der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft (WLV) das Wohnangebot für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf ausgeweitet werden konnte. Das Tochterunternehmen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat in der Mindener Königstraße ein Appartementhaus mit vier Einzel- und sechs Doppelappartements gebaut, die barrierefrei und rollstuhlgerecht sind. Eingezogen sind junge Erwachsene, die erstmals eine eigene Wohnung haben, aber auch Menschen mit Mehrfachbehinderung oder Menschen, die aufgrund ihres Alters oder wegen chronischer Erkrankungen mehr Unterstützung brauchen, als in ihrer bisherigen Wohnung möglich war.
Hauswohngemeinschaft Königstraße
"Wir nutzen den Neubau als Hauswohngemeinschaft, in der wir umfassende Unterstützung in der eigenen Wohnung anbieten können, weil das pädagogische Team vom Ambulant Unterstützen Wohnen, der Pflegedienst, Werkstatt oder Tagesstrukturierende Angebote Hand in Hand arbeiten", erklärt Schwennen, die durch die Kooperation auch eine Nachtschlafbereitschaft im Haus ermöglichen kann, so dass bei Bedarf rund um die Uhr Ansprechpartner erreichbar sind. Alle 16 Bewohnerinnen und Bewohner haben einen Mietvertrag für ihre Wohnung und die anteilige Nutzung des Gemeinschaftsraumes unterschrieben. Zusätzlich hat der Wittekindshof Räume für Service- und Beratung gemietet. "In der Hauswohngemeinschaft hat jeder sein privates Wohnumfeld in seiner Wohnung, aber die Mieterinnen und Mieter können sich auch im Gemeinschaftsraum zum Kochen, Freizeitaktivitäten oder Geburtstagsfeiern treffen", erklärt Schwennen, die zusätzlich mit allen Mietern Betreuungsverträge für das Ambulant Unterstützte Wohnen geschlossen hat.
Sommerfest in der Hauswohngemeinschaft
Die Hauswohngemeinschaft Königstraße 208 feiert am Freitag, 29. Juni, ab 16 Uhr ein Sommerfest mit Live-Musik und Mitmachangeboten. Die Mieterinnen und Mieter bieten Führungen durch die neue Hauswohngemeinschaft an und Mitarbeitende stehen für Beratung zur Verfügung. Foto: Anke Marholdt marie Schmlzer Jennifer Tewes Wilfried Aschoff Haus-2.jpgMarie Schmelzer, Jennifer Tewes und Wilfried Aschoff haben eine Wohnung in der neuen Wittekindshofer Hauswohngemeinschaft für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf gemietet. Interessierte sind am heutigen Freitag zu einer Hausführung während des Sommerfestes eingeladen.