Nicht Krankheiten, sondern Menschen behandeln

Bad Oeynhausen/ Kreise Minden-Lübbecke und Herford (AM). Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. Christian Kappe aus Bad Salzuflen ist neuer Leitender Arzt der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen. Zu seinen Schwerpunktaufgaben gehört der weitere Aufbau des <link internal-link>Medizinischen Behandlungszentrums für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) und der <link internal-link>Integrierte Medizinische Dienst für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Wittekindshofer Wohnangebote in den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford nutzen. Hinzu kommen die Leitung der Wittekindshofer Hygiene- und Arzneimittelkommission und die Koordination der Zusammenarbeit mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten sowie Krankenhäusern und Kliniken in der näheren und weiteren Umgebung bis nach Bielefeld, Hannover und bei Bedarf weit darüber hinaus mit entsprechenden Spezialisten.

Medizin für Menschen mit Behinderung

Die Leitung des Integrierten Medizinischen Dienstes hat Kappe von Anke Richter übernommen, die weiterhin im Team des Integrierten Medizinischen Dienstes als Fachärztin für Innere Medizin, Palliativmedizin und hausärztliche Geriatrie arbeitet und ihre Praxis als Hausärztin am Rande des Wittekindshofer Gründungsgeländes für die Bevölkerung im Norden von Bad Oeynhausen betreibt. "Medizin für Menschen mit Behinderung ist eines der großen Zukunftsthemen des Wittekindshofes. Ärzte zu finden ist heutzutage nicht leicht. Umso mehr freut es uns, dass sich Dr. Kappe für den Wittekindshof und für Menschen mit Behinderung entschieden hat und Frau Richter uns weiterhin als Internistin und Expertin für die palliative Behandlung von Menschen mit weit fortgeschritten und nicht mehr zu heilenden Erkrankungen am Lebensende zur Verfügung steht", erklärt Diakon Reiner Breder, der als Ressortleiter für den Gesundheitsbereich verantwortlich ist und sich freut, dass der Wittekindshof durch Dr. Kappe auch wieder in verschiedenen Expertenkreisen zur Medizin für Menschen mit Behinderung mitarbeiten kann, was Anke Richter im Rahmen der nebenamtlichen Tätigkeit neben ihrer eigenen Hausarztpraxis nur eingeschränkt möglich war.

Fachlichkeit und Erfahrung für interdisziplinäres Team

Dr. Christian Kappe war bisher Chefarzt an der LNK Dr. Spernau, einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, für den nördlichen Teil des Kreises Lippe in Bad Salzuflen. Er hat Medizin in Bonn studiert, war in der LWL-Klink Marsberg tätig und hat seine neurologische Ausbildung in Hessisch Oldendorf absolviert, bevor er viele Jahre in Bad Salzuflen als Fach- und Chefarzt gearbeitet hat.

Ein Grundanliegen Kappes ist es, nicht Krankheiten, sondern Menschen  zu behandeln. "Krankenhäuser sind stark ökonomisch organisiert. Zeit für den Patienten fehlt. Dieses Gesundheitssystem ist mit großen Nachteilen für Menschen mit Behinderung verbunden. Sie brauchen Zeit und sind auf interdisziplinäre Zusammenarbeit angewiesen, die im Klinikalltag kaum noch möglich ist", erklärt Kappe, der sich selbst im Wittekindshof in einer Doppelrolle sieht: "Ich bringe Fachlichkeit und Erfahrung als Psychiater und aus der Psychotherapie mit und bin als Koordinator  im interdisziplinären Behandlungsteam tätig. Das ist nötig, weil viele Menschen mit schwerer Behinderung nur stark eingeschränkt über ihre Beschwerden berichten können und andererseits oft mehrere Erkrankungen und behinderungsbedingte Besonderheiten zusammenkommen", betont Kappe, der noch großen Entwicklungsbedarf im gesamten Bereich der Behindertenmedizin, aber auch der Psychotherapie für Menschen mit geistiger Behinderung sieht. "Menschen mit Behinderung haben Erkältungen, Infektionen, Krebs wie alle anderen Menschen, trotzdem verlaufen die Erkrankungen teilweise anders oder erfordern besondere Behandlungspläne, die langfristig angelegt und immer wieder aktuell angepasst werden müssen", erklärt Kappe.