Bad Oeynhausen-Volmerdingsen (JP). "Ich habe richtig viel gelernt", sagt Dorian. Etwa Situationen schnell zu erfassen und zu verstehen, ob ein Streit entsteht, jemand geärgert wird oder einfach Hilfe benötigt. Der Schüler gehört zu den neu eingeführten Streitschlichtern der Schule Wittekindshof. Von nun an versehen die Jugendlichen abwechselnd in Zweierteams ihren Pausendienst und stehen ihren Mitschülern mit Rat und Tat zur Seite.
Streitschlichter sind keine Pausenhofpolizei
Dorian hat nicht nur gelernt, Situationen richtig einzuschätzen. Er hat auch mehr über sich erfahren: "Ich bin sehr hilfsbereit. Da passt der Job als Streitschlichter super", betont er. Denn Hilfsbereitschaft ist eine der tragenden Säulen der Streitschlichterarbeit. Fünf Stück gibt es, veranschaulicht durch die fünf Finger der Hand. Neben Hilfsbereitschaft gehören Präsenz, Teamfähigkeit, Wirksamkeit und Zivilcourage dazu. Der Daumen zum Beispiel erinnert die neuen Streitschlichter daran, Vorbild für die anderen Schülerinnen und Schüler zu sein. "Und das nicht nur in der Pause, das gilt immer", betont Schulsprecher Sebastian, der ebenfalls am Streitschlichter-Projekt teilgenommen hat. "Das heißt aber nicht, dass wir die Schulhofpolizei sind. Wir bieten Hilfe an und setzen uns für Gerechtigkeit ein." Dadurch seien die Streitschlichter ein Gewinn für die Schule, betont Evelyn Tober, stellvertretende Schulleiterin. Aber auch die Teilnehmer entwickelten sich durch die Ausbildung weiter: "Das Projekt tut den Schülern gut. Sie lernen viel über sich und sind motiviert bei der Sache."
"Schüler sind mit Eifer bei der Sache"
Möglich gemacht wurde das Streitschlichterprojekt erneut durch eine Förderung der Stiftung der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford und den Förderverein der Schule Wittekindshof. Andreas Kelch und Marco Kollmeier von der Volksbank waren extra zur Einführung der neuen Streitschlichter nach Volmerdingsen gekommen. "Das ist zum Jahresabschluss ein tolles Erlebnis. Die Schülerinnen und Schüler sind mit solch einem Eifer bei der Sache. Da wissen wir, dass das Geld richtig eingesetzt wird", sagt Marco Kollmeier. Gemeinsam mit seinem Kollegen hat er den neuen Streitschlichtern ihre gelben Westen überreicht, durch die sie für Mitschüler als Ansprechpartner erkennbar sind. Zuvor hatten die ausgebildeten Schülerinnen und Schüler ihren Klassenkameraden in zwei kurzen Rollenspielen ihre Arbeit vorgestellt. Markus Parusel-Grotefeld, Deeskalationstrainer und Lehrtrainer an der Gewaltakademie Villigst, und die Wittekindshofer Förderschullehrerin Marita Horst-Marquardt erklärten die Arbeit und Ausbildung der Streitschlichter und überreichten ihnen Urkunden.