Bünde/Kalletal (JP). "Wir wollen, dass auch Menschen mit Behinderung an Kultur- und Sportveranstaltungen, Ausflügen oder Musikunterricht teilnehmen können", sagt Ralf Elges, Geschäftsführer des Kalletaler Unternehmens Reboplastic, bei seinem Besuch im Wittekindshofer Wohnhaus für Kinder und Jugendliche, Haus am Dustholz. Mit dabei hat er einen Scheck in Höhe von 1000 Euro. "Damit wollen wir unterstützen, dass Menschen mit Behinderung in Bünde am Leben in der Gemeinschaft teilnehmen können", erklärt Elges.
Kostenträger übernehmen nicht alle Kosten
"Über 90 Menschen mit Behinderung unterschiedlichen Alters nutzen in Bünde Angebote des Wittekindshofs", erklärt Aaron Schwager, der in Bünde für ambulante Wohnangebote für Erwachsene zuständig ist. Einige leben in einer eigenen Wohnung und gestalten sowohl ihr Arbeitsleben als auch ihre Freizeit nahezu selbstständig. "Ziel des Wittekindshofes ist es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein möglichst selbstständiges und erfülltes Leben zu ermöglichen. Vieles, was zum Leben, Wohnen, Lernen und Arbeiten benötigt wird, ist durch staatliche Kostenträger wie Landschaftsverband, Krankenkassen, Sozialamt und Jugendamt abgedeckt. Hier ist allerdings im Wesentlichen nur die Grundversorgung abgesichert", berichtet Schwager.
Sinnvolle Freizeit- und Bildungsangebote
Viele zentrale Bedürfnisse und Wünsche blieben unerfüllt. Das seien insbesondere die Dinge, die eine individuelle Gestaltung des eigenen Lebens, mehr Selbstbestimmung und tatsächliche Teilhabe möglich machen würden. "Dazu gehören förderliche und sinnvolle Freizeit- und Bildungsangebote, Ausflüge, Sport und Kultur, Tanzprojekte, Spielgeräte für drinnen und draußen, eine eigene Musik-Band, Musikunterricht und besondere Hilfsmittel", erklärt Beatrice Fromke, die als Wittekindshofer Bereichsleiterin verantwortlich für das Haus am Dustholz und eine weitere Wohngruppe von Kinder und Jugendlichen in Bünde ist.
Nachahmer gesucht
"Wir freuen uns deshalb sehr über die Spende. Damit können wir einiges ermöglichen", sagt Fromke. Bereits seit einigen Jahren verzichte die plastikverarbeitende Firma auf Weihnachtsgeschenke für Kunden und Partner. "Stattdessen spenden wir das Geld in der Region. Menschen vor Ort zu helfen, ist uns ein besonderes Anliegen. Das kommt auch bei den Kunden gut an, die mittlerweile vermehrt darauf achten, ob Firmen, mit denen sie zusammenarbeiten, sozial engagiert sind", erklärt Elges bei der Übergabe. "Ich wünsche mir, dass es uns weitere Unternehmen nachmachen und auch Bürger vor Ort aufmerksam werden auf das Leben von Menschen mit Behinderung in ihrer Mitte und über die Herausforderungen, die sie täglich zu meistern haben", sagt der Reboplastic-Geschäftsführer.