Bad Oeynhausen/ Kreis Minden-Lübbecke und Herford (AM). Die Diakonische Stiftung Wittekindshof wird das zweite und dritte Obergeschoss im Mehrgenerationenhaus mieten, das die Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Minden-Ravensberg, zurzeit an der Weserstraße in Bad Oeynhausen baut. Die 15 Einzel- und Doppelappartements sowie Gemeinschafts- und Büroräume wird das Wittekindshofer Berufsbildungswerk (BBW) als Hauswohngemeinschaft nutzen.
Praktisches Lernen und Unterricht ergänzen sich
"Wir unterstützen Jugendliche und junge Erwachsene, die den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes noch nicht gerecht werden. Wir bieten Berufsorientierung, Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen und Ausbildungen, die bei Bedarf auch mit einem Wohnangebot kombiniert werden können", erklärte der Leiter des Berufsbildungswerkes an der Nordstraße in Eidinghausen Diakon Ulrich Hagemeier mit Verweis auf die verschiedenen Lernfelder im Berufsbildungswerk: "Wie in der dualen Ausbildung üblich ergänzen sich praktisches Lernen in den Werkstätten, Lehrküchen, in der Gärtnerei oder in einem Betrieb in der Umgebung und der Berufsschulunterricht, den wir durch Förderunterricht individuell ergänzen. Soziale Kompetenzen, aber auch Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Selbständigkeit, die im Berufsalltag von großer Bedeutung sind, trainieren wir im Lernfeld Wohnen, das vom klassischen Internat bis zum selbständigen Wohnen in der eigenen Wohnung verschiedene Stufen umfasst," berichtet Hagemeier.
Selbstständiges Leben lernen
Das Berufsbildungswerk (BBW) bietet seit über 40 Jahren Wohnmöglichkeiten für die Teilnehmer und Auszubildenden an: "Die Internate haben sich weiterentwickelt und differenziert. Das Internat Südbahnstraße ist für Viele das Eingangsinternat, in dem besonders viel Unterstützung möglich ist und Basisqualifikationen für ein selbstständiges Leben vom Bus- und Bahnfahren bis zum Wäschewaschen eingeübt werden", erklärt Diakon Thomas Heitkamp, der für die BBW-Wohnangebote und die sozialpädagogische Begleitung verantwortlich ist. In die Wohnungen im Mehrgenerationenhaus an der Weserstraße werden 23 volljährige Frauen und Männer einziehen, die erste Grundlagen erfolgreich trainiert haben. "Alle werden einen privaten Rückzugsraum in ihrer eigenen Wohnung haben, aber können auch die Gemeinschaftsangebote nutzen, weswegen wir von Hauswohngemeinschaft sprechen. Mit Einzel- und Gruppengesprächen helfen wir, einen eigenen Weg im Erwachsenenleben zu finden, aber werden auch Projekte und Arbeitsgemeinschaften anbieten, um verschiedene Freizeitaktivitäten kennenzulernen und eigene Talente zu entdecken", kündigt Heitkamp an.
Nach der Hauswohngemeinschaft bietet das Berufsbildungswerk als weiteren Entwicklungsschritt Wohnungen in der Innenstadt und in verschiedene Stadtteilen an: "In diesen Wohnungen, müssen die jungen Menschen deutlich mehr Aufgaben übernehmen, um sich auf ein möglichst selbständiges Leben nach Abschluss ihrer Ausbildungszeit im Berufsbildungswerk vorzubereiten. Gemeinsam entwickeln wir Zukunftsperspektiven im privaten Bereich ebenso wie im beruflichen", erklärt Heitkamp.
Berufsbildungswerk Wittekindshof
Das Berufsbildungswerk (BBW) Wittekindshof besuchen Jugendliche und junge Erwachsene nach dem Besuch der Förder- oder Hauptschule oder des inklusiven Unterrichts an Real- und Gesamtschulen. Berufsorientierung, Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen und theoriereduzierte Ausbildungen und Vollausbildungen nach Berufsausbildungsgesetz sind den Berufsfeldern Hauswirtschaft, Kochen, Gastgewerbe, Verkauf, Blumen- und Zierpflanzenbau, Garten- und Landschaftsbau, Metalltechnik, Recycling, Holztechnik, Lager und Logistik sowie Farbtechnik und Raumgestaltung an. In den Internaten, Hauswohngemeinschaft und in kleinen Wohnungen trainieren sie Schlüsselkompetenzen, um ihre Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu erhöhen.
Das BBW Wittekindshof besuchen vor allem junge Menschen aus den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford, aber auch darüber hinaus aus Niedersachsen und weiter entfernten Regionen. Die Kosten für das BBW trägt die Agentur für Arbeit.