Ahaus (JP). Schon einen Tag nachdem die ersten Bewohner in das neue Wittekindshofer Wohnhaus an der Arnoldstraße eingezogen sind, wird im benachbarten Gebäude schon eifrig gemalt und gewerkelt. Neben dem Wohnhaus für 24 Männer und Frauen mit Behinderung ist auf dem Gelände des ehemaligen Schwimmbades ein separates Gebäude für Tagesstrukturierende Angebote (TSA) entstanden. Sie eröffnen einen zweiten Lebensraum neben dem Wohnumfeld für Menschen mit Behinderung, die aufgrund der Schwerer ihrer Behinderung oder weil sie bereits das Rentenalter erreicht haben, nicht arbeiten.
Das eingeschossige TSA-Gebäude bildet zusammen mit dem L-förmigen Wohnhaus einen geschützten Innenhof, der ebenso wie die beide Neubauten viel Bewegungsfreiheit für Menschen mit Rollstühlen und Rollatoren bietet. Grundsätzlich sind die beiden Häuser barrierefrei gebaut. Dies wurde etwa auch in der Küche bedacht. "Unterhalb des Herdes ist ein zusätzliches, hinausziehbares Kochfeld, unter das Menschen im Rollstuhl fahren können und an alle Töpfe und Pfannen gelangen können. So können alle Menschen an den Angeboten teilnehmen und niemand wird ausgeschlossen", freut sich Sabrina Frankemölle, die als stellvertretende Bereichsleitung unter anderem für die Tagesstrukturierenden Angebote in Ahaus zuständig ist. Neben der zweiten Lebenswelt bieten die TSA Abwechslung durch kreative Angebote, Ausflüge, gemeinsames Kochen und Backen, Bewegung und gezielte individuelle Förderung.
Freie Plätze für externe Besucher
Derzeit sind zwölf von 20 möglichen Plätzen in den TSA belegt, auch durch externe Männer und Frauen. "Wir haben einige Menschen, die bislang die TSA in Gronau genutzt haben und nun hier nach Ahaus kommen, hinzu kommen Bewohner und Bewohnerinnen des neuen Wohnhauses hier an der Arnoldstraße und Externe, für die wir offen sind. Noch haben wir Kapazitäten", sagt Frankemölle.
Raum für individuelle Förderung
Das neue Gebäude bietet viel Platz für die vielfältigen Angebote. Am Eingang befindet sich eine große Garderobe, an der Jacken, Taschen und Schuhe ihren Platz finden. Daneben können Rollstühle und Rollatoren abgestellt werden. Weiterhin befinden sich ein Pflegebad, eine geräumige Küche und ein großer Aufenthaltsraum in dem Flachdachbau. Der große Raum kann durch Schiebetüren getrennt werden. "Das ist ideal für Menschen, die in separaten Angeboten individuell gefördert werden oder zwischenzeitlich ihre Ruhe brauchen. Dafür haben wir zwei Relax-Sessel mit Aufstehhilfe, um möglichst viel Selbstständigkeit zu ermöglichen", erklärt die stellvertretende Bereichsleiterin, die sich wieder Lieselotte Holler zuwendet und ihr frische Farbe anrührt.
Heute stehen neue Wandbilder auf dem Programm. Denn so kurz nach dem Einzug sind die Wände noch etwas kahl. Aber die Teilnehmenden der Tagesstrukturierenden Angebote schaffen Abhilfe und greifen zu Leinwand und Pinsel. "Hier ist es richtig schön", stellt Friedhelm Püschel zufrieden fest, der - nachdem er ein paar Zeilen in sein Tagebuch geschrieben hat - in einem Buch blättert, während die anderen sich kreativ betätigen.