Minden/ Kreis Minden-Lübbecke und Herford (AM). Beste Stimmung herrschte vom ersten Song an beim Abschiedskonzert der Wittekindshofer Session-Band im Kanuhaus der KSG-Minden. Harte Beats und zarte Solostimmen wechselte sich ab bei Oldies, Rock-, Pop. und Partyhits vermischt mit Volk- und Kirchenlieder sowie Eigenkompositionen. Schnell füllten Tänzer den schmalen Freiraum zwischen Musikern, Sitz- und Stehplätzen. Auch wenn die Band aus Volmerdingsen stammt, war das Abschiedskonzert im Kanuhaus ein Heimspiel. In den letzten Jahren hat die Session-Band bei verschiedenen Festen im Kanuhaus für Live-Musik und gute Unterhaltung gesorgt. „Es hat mir immer Spaß gemacht, ich liebe Euch alle“, erklärte Achim Riemekasten vom Vorstand des KSG-Minden und ergänzte, dass die Session-Band genau zum inklusiven Ansatz der KSG-Minden passe.
Beatles, Abba und die Session-Band
An die Anfänge der Session-Band vor 21 Jahren im Wittekindshofer Wohnhaus Morgenstern für Menschen mit Behinderung erinnerte Schlagzeuger Erwin Dickhoff: „Ich hatte gehört, dass es einen neuen Mitarbeiter gibt, der Gitarre spielen kann. Ich hatte im Nachbarhaus mein Keyboard und habe Andreas gefragt, ob wir nicht eine Band machen können.“ Die beiden Männer haben Musik gemacht und damit schnell andere angesprochen. Aus diesen spontanen Sessions ist die Session-Band entstanden, die jetzt zum letzten Konzert eingeladen hatte. „Wenn es am Schönsten ist soll man aufhören, die Beatles und Abba gab es nicht so lange wie die Session-Band“, erklärte Dickhoff, der zugibt, dass ihm der Abschied nicht leicht falle, aber jetzt an der Zeit sei, weil ihm andere Dinge noch wichtiger geworden seien. Während am Anfang alle Bandmitglieder auf oder in unmittelbarer Nähe des Wittekindshofer Gründungsgelände gewohnt haben, leben sie heute weit verstreut oft in der eigenen Wohnung zwischen Herford und Minden.
Gaben einbringen und Träume erfüllen
Die Session-Band ist nach und nach gewachsen. „Wir haben für jeden einen passend Platz gefunden, an den Mikros, den Lichtregeln oder den Trommeln, damit jeder seine Gaben einbringen und ausbauen konnte und auch den Traum vom Liveauftritt vor großem Publikum verwirklichen konnte“, erklärte Diakon Andreas Wobich, der von allen liebevoll „Hausmeister Krause“ genannt wird und seine Leitungsrolle gerne in den Hintergrund rückt. Durch Auftritte bei den Bad Oeynhausener Innenstadtfeten, aber auch in Gütersloh, Zwickau und Berlin, verschiedenen Musikwochenende und Theaterprojekte ist eine feste Gemeinschaft entstanden, die auch in schweren Zeiten fest zusammengehalten hat „Wir sind wie ein altes Ehepaar. Wir gucken uns an und wissen, was wir spielen“, berichtet Dickhoff.
Goldene Schallplatten für 21 Jahre Inklusion
Zum Abschied überreichten Ressortleiter Uwe Thünemann und Geschäftsbereichsleiterin Jaana-Ann Schwennen „Goldenen Schallplatten“ an alle Bandmitglieder und treue Unterstützer. Ein Extra-Dankeschön erhielt Diakon Andreas Wobig: „Du hast 21 Jahre mit Kopf und Verstand Teilhabe ermöglicht und warst mit deinem Herzen und ganz viel Spaß bei der Sache, auch wenn es mal schwierige Situationen gab“, lobte Schwennen und wurde von Thünemann unterstützt, der einen Gutschein für das Abschiedsgrillen mitgebracht hatte für „tolle Musik, mit der Ihr Tausende von Menschen erreicht habt“.