Arbeit hält jung auch nach 40 Jahren

Bad Oeynhausen/ Vlotho (AM). Diakonin Ursula Eversen aus Vlotho feiert 40-jähiges Dienstjubiläum in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. Als sie vor vier Jahrzehnten ihren Dienst angetreten hat, war sie zunächst in verschiedenen Wohnhäusern für Menschen mit Behinderung tätig und hat die Ausbildung als Diakonin mit der Erzieherausbildung Schwerpunkt Heilpädagogik kombiniert. Nach ihrer Einsegnung als Diakonin der Evangelischen Kirche von Westfalen und Mitglied der Diakonischen Brüder- und Schwesternschaft Wittekindshof hat sie Verantwortung als Gruppenleitung in Haus Sonnenkamp übernommen. Mehrere Jahre begleitete sie mit ihrem Team schwerpunktmäßig Frauen mit geistiger Behinderung und zusätzlicher psychischer Erkrankung und damit verbundenem herausforderndem Verhalten.

Nach der Geburt ihrer Tochter und dem Erziehungsurlaub hat Ursula Eversen im damals neuen Wohnbereich SoLe wieder angefangen zu arbeiten und relativ selbstständige Frauen und Männer im Alltag unterstützt. Seit 1993 ist sie in den Internaten des Berufsbildungswerkes tätig, seit 2001 als Bereichsleitung. Um sich weiteres Fachwissen für diese Leitungsaufgabe anzueignen, hat sie 2004 den Aufbaubildungsgang Sozialmanagement am Evangelischen Berufskolleg Wittekindshof absolviert.

Begleitung bei ersten Schritten ins Erwachsenenleben

Im Internat Südbahnstraße in Bad Oeynhausen ist Ursula Eversen, die mit einem Wittekindshofer Diakon verheiratet ist, für sieben Wohngruppen verantwortlich. Die 45 Bewohnerinnen und Bewohner im Alter zwischen 16 und 22 Jahren wechseln alle elf Monate, wenn sie ihre Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen abgeschlossen haben. Als Lernort Wohnen ergänzt das Internat die Angebote in den Werkstätten, Lehrküchen und anderen Praxisfeldern des Berufsbildungswerkes in Bad Oeynhausen-Eidinghausen.

Ursula Eversen unterstützt zusammen mit ihrem Team die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, bei den ersten Schritten ins Erwachsenenleben und im Ablöseprozess aus dem Elternhaus. Dazu gehört die Unterstützung bei Behördengängen ebenso wie Fahrtraining mit dem Bus und der Bahn oder Medienpädagogik zum Umgang mit Smartphone und Internet. Zentrale Bedeutung nicht nur für das Berufsleben hat das Sozialkompetenztraining, um respektvollen Umgang miteinander, aber auch angemessene Umgangsformen mit Streit und Wut einzuüben. Zu den erfolgreichen Neuerungen der letzten Jahre gehört der Einsatz von Leichter Sprache, weil die jungen Menschen so zum Beispiel auch die Hausordnung viel besser verstehen und zusätzlich von Bildern profitieren, die die Texte veranschaulichen.

Positive Rückmeldungen und Wertschätzung

Da zunehmend mehr Bewohnerinnen und Bewohner mit Autismus-Spektrum-Störungen leben, die fachlich und menschlich mit besonderen Herausforderungen verbunden sind, freut sich die Jubilarin, dass ihr gesamtes Team an einer mehrwöchigen Autismusfortbildung teilnehmen konnte. Besonders liegt es ihr am Herzen, die Arbeitswelt motivierend zu gestalten: "In unserem Team arbeiten jüngere und ältere Mitarbeitende in einer ausgewogenen Mischung miteinander. Jeder Tag ist anders und spannend. Die Arbeit hält jung. Manchmal sind klare Worte nötig, noch wichtiger aber sind positive Rückmeldung und Wertschätzung für die Arbeit, die wir gemeinsam tagtäglich leisten" erklärt Diakonin Eversen, sich seit 25 Jahren auch als gewähltes Mitglied der Mitarbeitervertretung für die Interessen ihrer Kolleginnen und Kollegen in der Gesamtstiftung einsetzt.