Kreis Herford/ Bad Oeynhausen (AM). "Donald Trump provoziert andere Länder. Das ist Gewalt. Das ist nicht gut für die Welt", hat Andrea Herse bei der Eröffnung der Ausstellung "Als wären wir zum Spaß hier - Grenzen und Gewalt" im Forum des Marta Herford erklärt und ihr Ehemann Max ergänzte: "Der Mann gehört in den Knast. Wir haben ein Gefängnis für Donald Trump gebaut".
Das Ehepaar aus Kirchlengern gehörte zu den 50 Frauen und Männern mit Behinderung, psychischer Beeinträchtigung oder Hafterfahrung aus dem Kreis Herford, die am zweijährigen Kunstprojekt "Als wären wir zum Spaß hier - Grenzen und Gewalt" teilgenommen haben, das die Diakonische Stiftung Wittekindshof, die Justizvollzugsanstalt (JVA) Herford und das Marta Herford mit Förderung der Aktion Mensch angeboten haben. Marta-Direktor Roland Nachtigäller lobte das Projekt als herausragende Kooperation, die an die Ausstellung "Brutal schön - Gewalt und Gegenwartsdesign" anknüpft, die 2016 im Marta Herford zu sehen war. Die Projektidee entwickelten Marta-Kuratorin Friederike Fast und der Wittekindshofer Kunstpädagoge Andrzej Socala.
"Gewalt ist hochpräsent in unserer Gesellschaft. Menschen mit Behinderung sind besonders gefährdet Opfer von Gewalt zu werden. Durch das Kunstprojekt wollten wir kreative Prozesse als Mittel zur Selbstermächtigung ermöglichen", berichtete Fast. Der Leiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Herford, Friedrich Waldmann, wies darauf hin, dass beim Blick in das Strafregister der Inhaftierten nicht nur auffalle, dass über sechzig Prozent Gewalterfahrungen haben, sondern dass viele junge Männer auch selbst Opfer von Gewalt seien. Er war beeindruckt, wie offen die Teilnehmer miteinander umgegangenen seien und sich gegenseitig unterstützt hätten. Der Wittekindshofer Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke erinnerte daran, dass der Name des Projektes, den Titel der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Wittekindshofer Geschichte aufgreife, die aufgezeigt habe, in welchem Umfang Menschen Gewalt erleben mussten. Der Vorstandssprecher betonte, dass auch heute zahlreiche Ausgrenzungserfahrungen den Einsatz für Inklusion und das friedliche Zusammenleben nötig machen und dabei auch kreative Prozesse wie beim Kunstprojekt wertvoll seinen.
Zwischen Juni 2017 und November 2018 haben unter der Leitung der beiden international bekannten Künstler Matthias Megyeri aus Stuttgart und Ingrid Hora aus Berlin vier Workshops stattgefunden. Gearbeitet wurde mit verschiedenen Materialien angefangen bei bunten Trinkhalmen bis hin zu alten Fixiergurten, Schlüsseln, Mauersteinen und einer großen Auswahl an Papier und Klebebändern. Entstanden sind Ideen, Skizzen und Objekte, die Grenzen aufzeigen, aber auch Mut machen, Schutzräume zu schaffen.
Noch bis zum 16. Januar werden im Marta-Forum Fotos, ein Film und Originale zu sehen sein. Dazu gehören eine Eiswaffel, die alle Grenzen sprengt, ein überdimensionaler Mutmacher, aber auch ein extragroßes Stoppschild, eine gut verschließbare Tür in großer Höhe, die mit einer einrollbaren Strickleiter zusätzliche Sicherheit bietet, und ein typisches Knasttatoo, das meterhoch ein besonderer Hingucker im Forum-Marta ist und auf die Mauer zwischen Menschen verweist.
Der Film zum Kunstprojekt ist zu sehen im Forum-Marta und unter: <link https: www.youtube.com user wittekindshof external-link>www.youtube.com/user/Wittekindshof
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, Dienstag, 25. Dezember, geschlossen; Dienstag, 1. Januar, von 13 bis 18 Uh, Mittwoch, 2. Januar, von 11 bis 21 Uhr.Eintritt Freier Eintritt in die Marta-Lobby und in das Marta-Forum. Eintritt zu den weiteren Ausstellungsräumen: Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 4,50 Euro, Familien 17 Euro, Gruppen ab 10 Pers. 4,50 Euro pro Person, Schülergruppen ab 6. Klasse 1,50 Euro pro Person. Freier Eintritt für Kinder unter 10 Jahren, Schüler und Studenten dienstags von 16-18 Uhr und am 1. Mittwoch im Monat von 18-21 Uhr, Deutsche Bank ArtCard, eine Begleitperson von Menschen mit Behinderungen mit dem Merkzeichen "B".