Karriere

Bewegung als Schlüssel zur kindlichen EntwicklungBerufskolleg Wittekindshof kooperiert mit Kreissportbund für neuen Zertifikatskurs

Wenn Kinder hüpfen, klettern und toben, entwickeln sie nicht nur ihre motorischen Fähigkeiten, sondern es werden auch wichtige Grundlagen für ihre kognitive und soziale-emotionale Entwicklung gelegt. Diese Erkenntnis steht im Zentrum einer neuen Kooperation zwischen dem Evangelischen Berufskolleg Wittekindshof und dem Kreissportbund (KSB) Minden-Lübbecke.

Gemeinsam bieten sie den Zertifikatskurs „Bewegungsförderung in Verein und KiTa“ an. Der Kurs bildet einen wichtigen Baustein für die Qualifikation angehender Erzieherinnen und Erzieher und einen Türöffner für ihre berufliche Zukunft. 

„Kinder sind mit großer Bewegungsfreude ausgestattet. Die Studierenden sollen in diesem Kurs lernen, diese Freude aufzugreifen. Sie erlernen didaktisch-methodisches Werkzeug, um kontinuierlich vielfältige und freudbetonte Bewegungsangebote für die Kinder in den Kitas, Vereinen oder anderen Orten zu gestalten“, erklärt Almut Mönnich, Sportwissenschaftlerin beim Kreissportbund und zuständig für die Kinder- und Jugendarbeit. Die Kooperation ermögliche es den Teilnehmenden des Berufskollegs, ein landesweit anerkanntes Zertifikat zu erwerben, das ihnen besondere Kompetenzen vermittelt und damit weitere Berufschancen eröffnet – insbesondere in zertifizierten Bewegungskitas.

Die Studierenden lernen, Bewegung als wichtigen zentralen Bestandteil des pädagogischen Alltags zu verstehen.

Maren Große-Loheide, Sportlehrerin am Berufskolleg

Der Kurs, der im Differenzierungsbereich der Fachschule für Sozialpädagogik angeboten wird, umfasst insgesamt 60 Unterrichtsstunden. „Bewegung bedeutet immer auch Förderung der Lernvoraussetzungen und psychischen Gesundheit. Durch sie können Kinder Selbstwirksamkeit erfahren“, betont Christel Dürrwald, Leiterin des Evangelischen Berufskollegs Wittekindshof. „Wenn Bewegungsangebote so gestaltet werden, dass alle Kinder teilnehmen können, fördert das nicht nur die motorische Entwicklung des Einzelnen, sondern auch soziales Lernen und Inklusion.“

Der Kurs vermittelt den angehenden Erzieherinnen und Erziehern fundiertes Wissen zur körperlichen und psychischen Spielentwicklung von Kindern und befähigt die Teilnehmenden, für Kinder attraktive Bewegungsräume zu gestalten und Angebote zu konzipieren, die Freude an Bewegung vermitteln. Ergänzt wird der Kurs durch Hospitationen in Sportvereinen, wodurch die Vernetzung zwischen Bildungseinrichtungen und Vereinen gestärkt werden soll. 

Zusatzqualifikation für angehende Fachkräfte

„Die Studierenden lernen, Bewegung als wichtigen zentralen Bestandteil des pädagogischen Alltags zu verstehen und nicht als isoliertes Angebot“, erläutert Maren Große-Loheide, Sportlehrerin am Berufskolleg, die für die Umsetzung des Differenzierungsangebots autorisiert wurde. Es läuft bereits seit Herbst und soll noch vor den Osterferien abgeschlossen werden. Einige der Teilnehmenden absolvieren ihre Praxisphase bereits in einer Bewegungskita und können das Gelernte direkt anwenden. „Wir sehen hier eine Win-win-Situation. Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher erwerben eine wertvolle Zusatzqualifikation, und gleichzeitig hoffen wir, dass sich einige von ihnen auch weiterhin in Vereinen engagieren, beispielsweise in Eltern-Kind-Gruppen“, sagt Anna Lena Prümer, Sportwissenschaftlerin beim Kreissportbund. 

Die Kooperation fügt sich in das Konzept des Berufskollegs Wittekindshof ein, das sich um den Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule“ beworben hat. „Bewegung und Bildung sind eng verzahnt. Mit diesem Zertifikatskurs bereiten wir unsere Studierenden optimal auf die Anforderungen einer modernen frühkindlichen Bildung vor, die Bewegung als zentrales Element begreift“, betont Christel Dürrwald.

Bewegungskitas in NRW

Der Landessportbund Nordrhein-Westfalen unterstützt Kindertageseinrichtungen dabei, Bewegung in den Mittelpunkt ihres Kita-Alltags zu stellen. Das Qualitätssiegel „Anerkannter Bewegungskindergarten“ ist zum Markenzeichen für Kitas mit einem klaren Bewegungsprofil geworden. Der Kreissportbund ist Ansprechpartner für entsprechend interessierte und involvierte Kindertageseinrichtungen. Für die Zertifizierung müssen die Einrichtungen bestimmte Qualitätskriterien erfüllen, darunter die Zusammenarbeit mit einem örtlichen Sportverein und die Qualifikation des pädagogischen Personals. Der Zertifikatskurs „Bewegungsförderung in Verein und KiTa“ ist eine wichtige Voraussetzung für Fachkräfte, die in Bewegungskitas arbeiten möchten.