Nettelstedt/ Bad Oeynhausen (AM). Diakon Christian Pohlmann aus Lübbecke-Nettelstedt hat 25-jähriges Dienstjubiläum in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen gefeiert. Der Jubilar hat im Wittekindshof die Krankenpflegeausbildung absolviert und bereits parallel zu seiner theologisch-diakonischen Qualifikation im Oberkurs der Diakonenschule die stellvertretende Leitung der Wohngruppe 4 im Haus Bethanien übernommen. Er wurde als Diakon der Evangelischen Kirche von Westfalen eingesegnet und hat neun Jahre die Wohngruppe 1 im Haus Bethanien geleitet. In dieser Zeit wurden erste Akzente zur Spezialisierung gesetzt. Die Teammitarbeitenden haben Fort- und Weiterbildungen besucht, um auch Menschen mit Behinderung, die umfassende Atemwegserkrankungen haben und nach einem Luftröhrenschnitt durch ein Tracheostoma atmen, gut versorgen und im Alltag begleiten zu können.
Spezialangebot aufgebaut
Da Diakon Pohlmann beruflich neue Herausforderung gesucht hat, hat er die Leitung des benachbarten Marienheims übernommen, in dem Menschen mit sehr unterschiedlichem Unterstützungsbedarf leben. Nach fünf Jahren wurde er gefragt, ob er in das Haus Bethanien zurückkehren würde, um die Wohngruppe 1 zu einem spezialisierten Wohnangebot für Frauen und Männer mit komplexer Behinderung weiter zu entwickeln. Heute leben in der Wohngruppe 15 Frauen und Männer, die zum Teil auf Atemunterstützung angewiesen sind oder beatmet werden müssen und oft weitere massive körperliche Einschränkungen wie schwere Osteoporose haben und deswegen besonders behutsam gepflegt werden müssen, um spontane Knochenbrüche zu vermeiden.
Gute Pflege, Teilhabe, tolles Leben
Der Jubilar ist überzeugt, dass gute Beziehungsarbeit die entscheidende Basis bilde, da viele Bewohnerinnen und Bewohner nicht mit Worten sprechen, und es darauf ankomme, auch Nuance wahrzunehmen, wenn sich Körperspannung, Gesichtsfarbe oder Mimik und Gestik verändern. Diakon Pohlmann ist es wichtig, dass die Menschen nicht nur gut versorgt werden, sondern auch Teilhabe am Leben in der Gesellschaft erfahren. „Wir wollen den Menschen ein möglichst tolles Leben ermöglichen, wenn sie nicht mobilisiert werden und im Rollstuhl sitzen können, nehmen wir sie auch im Pflegebett mit zu einem Fest“, erklärt der Jubilar, den die freundliche, ehrliche und liebevolle und meist vorbehaltlose Art der Bewohnerinnen und Bewohner beeindruckt.
Begleitung zwischen Leben und Tod
Zusammen mit seinem Team begleitet er Menschen auch durch schwere Krisen zwischen Leben und Tod und musste schon von vielen älteren, aber auch jüngeren Menschen Abschied nehmen, weil sie gestorben sind. Trotzdem gehören Späße und Lachen an den meisten Tagen zum Alltag in der Wohngruppe. Christian Pohlmann ist dankbar, dass er hier schon so viele Menschen kennenlernen und begleiten durfte.