Die Bundesregierung sucht das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern zum Thema Europa. Im Wittekindshof hat der erste Bürgeridalog des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Diakonie Deutschland stattgefunden. Rund 90 Gäste waren gekommen, mehr als 15 Frauen und Männer beteiligten sich aktiv am Gespräch, das der Wittekindshofer Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke moderiert hat.
Das Thema Mindestlohn in Werkstätten für behinderte Menschen mahnten mehrere Redner an. Staatssekretär Dr. Rolf Schmachtenberg erklärte, dass das monatliche Entgeld nicht isoliert betrachtet werden dürfe. Hinzu komme die vergleichsweise hohe Einzahlung in die Rentenversicherung und der umfassende Kündigungsschutz. Zustimmung von allen Seiten gab es zu der Forderung, dass auch Menschen mit Behinderung bei der Europawahl nicht ausgeschlossen werden dürften.
Die Teilnehmervertretung aus dem Berufsbildungswerk Wittekindshof wies auf lange Wartezeiten für die Anerkennung einer neuen Ausbildung hin, die insbesondere Menschen benachteilige, die aufgrund ihrer Behinderung nicht an Maschinen arbeiten dürften. Eine Lösung hatte Dr. Schmachtenberg nicht parat, zückte aber seine Visitenkarte und sagte: "Schicken Sie mir die Unterlagen, ich kümmere mich darum!"
Zu den weiteren Themen des Bürgerdialogs gehörte der Mangel an bezahlbaren barrierefreien Wohnungen und die Attraktivität von sozialen Berufen, die nicht allein aus guter Bezahlung resultierte. Maria Loheide betonte, dass angemessenen Rahmenbedingungen nötig seien, damit Mitarbeitende auch ohne Zeitdruck die nötige Pflege, Unterstützung und Begleitung leisten könnten.
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