Lia hat sich ins Leben gekämpft. Ihre Eltern Vanessa und Christoph Klein wussten schon vor der Geburt, dass etwas mit ihrem Baby nicht stimmt. Waren bei vielen Spezialisten, haben Verdachtsdiagnosen bekommen, die dann doch nicht passten. Die Liste der Diagnosen der kleinen Lia ist lang. Die Ursache dafür weiterhin unbekannt. Schon kurz nach der Geburt musste ein Luftröhrenschnitt gemacht werden, um sie künstlich zu beatmen. Viele Operationen folgten. Fast ein Jahr lang hat sie nur in Kliniken oft auf der Intensivstation gelebt. Dann ist sie in das Wittekindshofer Wohnhaus Flensburg/Kiel im Kinder- und Jugendbereich in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen umgezogen per Rettungshubschrauber, um ihr die anstrengende Fahrt aus der Klinik in Kassel zu ersparen.
Spezialisierte Pflege und heilpädagogische Förderung
Erfahrene Pflegefachkräfte stehen rund um die Uhr für Lia und ihre Mitbewohnerinnen und Mitbewohner zur Verfügung. Sie sind besonders geschult, um Menschen mit Atemunterstützung oder Dauerbeatmung optimal zu unterstützen. Lia wurde rund um die Uhr beatmet als sie eingezogen ist und wird seit einigen Monaten wieder dauerbeatmet. Zwischendurch hatte sie Phasen, in denen sie tagsüber selbstständig geatmet hat. Zurzeit geht es ihr besser mit Beatmung. Sie hat weniger Infektionen und mehr Kraft zum Spielen, sich zu entwickeln und die Welt zu entdecken. Auch dabei bekommt Lia Unterstützung. Spezialisierte Pflege ist lebensnotwendig für Lia, umfassende heilpädagogische Förderung unterstützt ihre Entwicklung. Beides gehört zum Alltag in der Wohngruppe. Zusätzliche bekommt Lia heilpädagogische und interdisziplinäre Frühförderung, aber auch Spezialisten der Bielefelder Opticus-Schule arbeiten mit ihr, um ihre Wahrnehmung und Sehfähigkeit zu fördern.
Schöne Höhepunkte beim Planschen, Kuscheln und im Urlaub
Seitdem sie in Haus Flensburg, einem spezialisierten Wohnangebot für Säuglinge, Kinder und Jugendliche mit komplexer Mehrfachbehinderung lebt, musste Lia auch schon mehrfach ins Krankenhaus. Aber insgesamt hat sie sich stabilisiert. Nach über einem Jahr ist der große Wunsch ihrer Eltern in Erfüllung gegangen und sie war zum ersten Mal für ein paar Stunden zuhause in Schieder-Schwalenberg. Weitere Besuche folgten und ihre Eltern waren stolz, dass auch ihre Jüngste zu ihrer Hochzeit kommen konnte.
Besonders genossen hat Lia den Nordsee-Urlaub im Wittekindshofer Ferienhaus in Cuxhaven. Aber auch der Alltag hat Höhepunkte, die sie aus vollen Zügen genießt: Kuschelstunden oder Baden mit viel Zeit für Wasserspiele. Sie ist auch gerne im Wohnzimmer bei den anderen Kindern und Jugendlichen. Wichtig ist, dass sie dann ihr Sprachventil hat, um Töne von sich geben und auch so selbständig auf sich aufmerksam machen kann und nicht nur auf die Überwachungsgeräte angewiesen ist, die bei Bedarf Alarm geben.
Mit Worten sprechen kann Lia nicht, aber ihr bitterböser Blick sagt alles. Mit ihrem Lächeln erobert sie Herzen und schafft es immer wieder, dass die Menschen nach ihrer Nase tanzen und ihr Spielzeug aufheben, das sie mit großem Vergnügen auf den Boden geworfen hat.