Bad Oeynhausen/ Kreis Minden-Lübbecke/ Kreis Herford (AM). Diakon Hans-Hermann Grube aus Bad Oeynhausen-Volmerdingsen ist am Montag, 26. Februar, im Alter von 77 Jahren gestorben. Er war fast 40 Jahren im Wittekindshof tätig, davon knapp 25 Jahre als erster hauptamtlicher Öffentlichkeitsarbeiter: "Diakon Grube war für viele Menschen in der Region der Ansprechpartner und das Gesicht des Wittekindshofes. Mehrere zehntausend Besucherinnen und Besucher hat er über das Gründungsgelände geführt, um ihnen die Arbeit des Wittekindshofes vorzustellen und um Berührungsängste gegenüber Menschen mit Behinderung abzubauen", erklärte der Wittekindshofer Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke.
Pflege- und Betreuungsdienst
Hans-Hermann Grube hatte zunächst eine Ausbildung als Maschinenschlosser in der Bad Oeynhausener Weserhütte absolviert und sechs Jahre in seinem Lehrberuf gearbeitet. Angeregt durch die Jugendarbeit im CVJM wechselte der Volmerdingsener in den Wittekindshof und war dort zunächst im Wohngruppendienst tätig. Er hat eine Ausbildung als Krankenpflegehelfer, Nerven- und Geisteskrankenpfleger und eine heilpädagogische Zusatzausbildung absolviert. Kurz nach Abschluss der Diakonenausbildung hat er die Gesamtverantwortung für den Schülerbereich übernommen und war später stellvertretender Hausvater im Haus Morgenstern, in dem damals knapp 200 Jugendliche und Männer gewohnt haben.
Besucherdienst und Basare
1979 hat die damalige Anstaltsleitung Hans-Hermann Grube zum ersten hauptamtlichen Öffentlichkeitsarbeiter berufen. Arbeitsschwerpunkt war die Begleitung von Schüler-, Konfirmanden- und Gemeindegruppen sowie Vereinen aus der näheren und weiteren Umgebung, die oft mit einem vorbereitenden Besuch in den Schulen und Kirchengemeinden verbunden war. Den Besucherdienst nutzten aber auch Fachgruppen aus Verbänden, Universitäten und Hochschule sowie ausländische Gäste. Darüber hinaus hat Hans-Hermann Grube unzählige Basare in Kirchengemeinden, bei Kirchen- und Diakonietagen sowie den großen Wittekindshofer Weihnachtsbasar im Bad Oeynhausener Energie-Forum-Innovation, Präsentationen im Werre-Park oder bei der Landesgartenschau Aqua-Magica organisiert, um die Arbeit der Stiftung vorzustellen und Produkte aus den Werkstätten zu verkaufen.
Diakon aus Überzeugung
"Diakon Grube war ein Außenbotschafter des Wittekindshofes, aber hat seinen Dienst aus dem tiefsten Inneren seines Glaubens und aus jahrelanger Erfahrung aus dem Pflege- und Betreuungsdienst heraus gestaltet. Er hat die Beziehungen zu den Kirchengemeinden in der Region mit Leben gefüllt. Er konnte auf Menschen zugehen, hat Kontakte geknüpft und gepflegt und war Netzwerker als das Wort Netzwerk noch kaum einer genutzt hat. Diakon Grube war ein wichtiger Kristallisationspunkt für den Wittekindshof. Die Früchte seiner Arbeit haben über seine Dienstzeit hinaus gewirkt und werden jetzt auch über seine Lebenszeit hinaus wirken", betonte Starnitzke, dessen Vorgänger, Pfarrer Horst Ritter, Hans-Hermann Grube zum 35-jährigen Dienstjubiläum das Goldene Kronenkreuz der Diakonie überreicht hatte. Im Antrag zur Verleihung des Kronenkreuzes hatte Ritter im Herbst 2000 geschrieben: "Er ist stets freundlich, überaus hilfsbereit und jeder Zeit zur Stelle, wenn man ihn braucht."
Grube selbst hat bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand 2004 zu seiner fast 40-jährigen Dienstzeit erklärt: "Es liegt an den Menschen, die im Wittekindshof leben. An der Freundlichkeit und Fröhlichkeit der Menschen mit Behinderung."
Ehrenamtlich in Kirche und DIakonie aktiv
Ehrenamtlich hat sich Diakon Grube im CVJM, in der Diakonischen Brüder- und Schwesternschaft Wittekindshof und in dessen Leitungsgremium dem Brüder- und Schwesternrat sowie in der Kirchengemeinde Volmerdingsen engagiert. Er hat viele Jahre Verantwortung getragen als Presbyter, Kirchmeister und für den Kassettendienst, bei dem er Aufzeichnungen der Volmerdingsener Gottesdienste an die Gemeindemitglieder verteilt hat, die nicht selbst zur Kirche kommen konnten. Auch nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand ist Diakon Grube dem Wittekindshof eng verbunden geblieben. Zusammen mit seiner Ehefrau Matti hat er ehrenamtlich eine Bastelgruppe für Menschen mit Behinderung angeboten und so Beziehungen über Jahrzehnte gepflegt.