Bad Oeynhausen/ Kreis Minden-Lübbecke (AM). Die neuen Streitschlichter an der <link internal-link>Schule Wittekindshof sind ausgebildet. Das Lampenfieber vor den ersten Pausendiensten war groß. Aber alle haben die Bewährungsprobe in ihrem neuen Amt bestanden. Als heimliche Hilfe haben sie ihre Hand mit einer Regel für Streitschlichter an jedem Finger immer dabei.
Die zwölf neuen Streitschlichter kommen aus sechs verschiedenen Klassen der Wittekindshofer Förderschule für den Kreis Minden-Lübbecke. Alle haben eine Ausbildung bei Markus Parusel-Grotefeld, einem Deeskalationstrainer und Lehrtrainer an der Gewaltakademie Villigst, und der Wittekindshofer Förderschullehrerin Marita Horst-Marquardt absolviert. Das Team wird die Streitschlichter das ganze Schuljahr über begleiten, beraten und die regelmäßigen Treffen zur Reflexion verschiedener Schulhofsituationen anbieten.
Bewährtes Projekt und angesehenes Amt
„Wir arbeiten seit Jahren mit Streitschlichtern. Die Schülerinnen und Schüler kommen auf mich zu und fragen, wann sie mitmachen können. Das zeigt, dass das Amt hohes Ansehen in der Schülerschaft genießt“, berichtet Horst-Marquardt, die eine spürbare Verbesserung der Pausensituationen und vor allem einen großen persönlichen Kompetenzgewinn bei den einzelnen Streitschlichtern beobachtet: „Wir spielen bei unseren Treffen viele Konfliktsituationen im Rollenspiel nach und suchen gemeinsam nach Ursachen und Lösungswegen. Das ist ein wertvolles Training gerade für die Schüler, die selbst oft in Streitigkeiten verwickelt sind“, erklärt die Lehrerin, die auch im Insel- und Trainingsraum, zwei besonderen Fachräume der Wittekindshofer Förderschule, regelmäßig mit einzelnen Schülern arbeitet, um Krisen im Idealfall zu vermeiden oder zur bearbeiten.
Streitschlichter-Ausbildung nur durch Förderer möglich
Zur Amtseinführung der neuen Streitschlichter waren auch Andreas Kelch und Marco Kollmeier von der Stiftung der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford gekommen, die die Streitschlichterausbildung auch in diesem Schuljahr zusammen mit dem Förderverein der Schule Wittekindshof finanziell ermöglicht.
Fünf Finger und fünf Regeln für Streitschlichter
Die neuen Streitschlichter haben ihren Mitschülern bei der Amtseinführung in kurzen Rollenspielen die Streitschlichterhand von Markus Parusel-Grotefeld mit den fünf wichtigsten Regeln vorgestellt. Der Daumen sagt: „Ich bin ein Vorbild, verzichte auf Gewalt auch nach meinem Dienst“. Weitere Finger stehen für Teamarbeit und den bewussten Einsatz von Körpersprache, um Grenzen zu setzen und Streitende zu trennen. Der kleine Finger erinnert daran, dass Streitschlichter keine Schulhofpolizei sind und der Zeigefinger mahnt, hinzusehen und präsent zu sein. „Es reicht oft schon, einfach nur da zu sein und ein Streit verläuft friedlich.“
Damit alle Schüler die die neuen Streitschlichter auf dem Schulhof gut erkennen, hat Schulleiter Andreas Becker-Brandt ihnen die gelben Streitschlichterwesten zusammen mit den Urkunden für ihre erfolgreiche Ausbildung überreicht.