Zum Gedenken an die Opfer am Internationalen Holocaust-Gedenktag haben sich am Dienstagnachmittag etwa 100 Bürgerinnen und Bürger am Gedenkbrunnen an der Auferstehungskirche versammelt. „Erinnern heißt nicht zurückblicken. Erinnern heißt auch, Haltung zu zeigen – heute. Gegen Antisemitismus, gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit“, sagte Bürgermeister Lars Bökenkröger. Für den Verein Stolpersteine für Bad Oeynhausen e.V. sprach die Vorsitzende Antje Eltzner-Silaschi: „Antisemitismus ist keine Meinung. Antisemitismus ist ein Angriff auf die Menschlichkeit.“
Der Vorstand der Diakonischen Stiftung Wittekindshof Marian Zachow ging auf die Schicksale der deportierten Klientinnen und Klienten der Einrichtung ein, für die bald ebenfalls Stolpersteine verlegt werden sollen. „Es geht darum, die Namen der Opfer leuchten zu lassen, damit sie eben nicht ausgelöscht sind, wie von den Nazis beabsichtigt“, sagte er. Als Symbol für die Opfer aus Bad Oeynhausen leuchteten Kerzen auf dem Gedenkbrunnen. Jeder einzelne Name wurde von Bewohnerinnen und Bewohnern des Wittekindshofes sowie von Vertretern aus Politik und Gesellschaft mit einer kurzen Biografie vorgelesen.
Beim musikalisch-literarischen Gedenken im Anschluss in der Auferstehungskirche trug die Espelkamper Schriftstellerin Marlies Kalbhenn Gedichte zum Gedenken an dieses dunkle Kapitel der Geschichte vor, eingerahmt von musikalischen Beiträgen der Klezmergruppe ‚Klez‘ we can‘.
Eingeladen zu der Gedenkveranstaltungen hatten die Stadt Bad Oeynhausen, die Diakonische Stiftung Wittekindshof, die Emmaus-Kirchengemeinde, der Verein Stolpersteine Bad Oeynhausen e.V. und der Arbeitskreis für Heimatpflege e. V.. Der 27. Januar markiert die die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945 und wurde 2005 von der UN zum Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocausts erklärt.