Politik bekennt sich zu barrierefreier Kommunikation
Zu den Ehrengästen aus Politik, Gesellschaft, Diakonie und Kirche zählte auch Christina Weng, SPD-Landtagsabgeordnete und Mitglied im Stiftungsrat des Wittekindshofs. Sie ordnete zuvor das Thema gesamtgesellschaftlich ein: „Wir haben in Nordrhein-Westfalen circa 1,6 Millionen Menschen mit funktionalem Analphabetismus. Die Leichte Sprache ist nicht nur für die, die unter Kommunikationsproblemen aufgrund von Erkrankung leiden, sondern es ist auch ein tatsächlich gesellschaftliches Problem.“
Peter Kock, seit wenigen Monaten Bürgermeister der Stadt Minden, betonte die Bedeutung der Haltung: „Es geht immer auch am Anfang um die Bereitschaft, barrierefreie Kommunikation zu ermöglichen. Was Menschen mit Einschränkungen hilft, davon bin ich überzeugt, hilft uns allen.“ Lars Bökenkröger machte ebenfalls deutlich: „Was mir ganz wichtig ist: Die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung nehmen sich Zeit. Denn das ist nach wie vor Kommunikation von Mensch zu Mensch.“
Mehr Zeit, mehr Qualifizierung, mehr Ressourcen
Annika Lange-Kniep formuliert am Ende ihres Impulses einen deutlichen Appell: „Wir brauchen vor allen Dingen mehr Wissen, mehr Qualifizierung, wir brauchen mehr finanzielle Möglichkeiten und Zeitressourcen, um das wirklich auch zum Kommunikationserfolg zu bringen."
Denn eines hat der Abend eindrücklich gezeigt: Die beste Technologie ist nur so gut wie die Menschen, die sie einsetzen und die sich die Zeit nehmen, Kommunikation gemeinsam zu lernen. Oder wie es der Theologische Vorstand Pfarrer Marian Zachow zu Beginn des Themenblocks formulierte: „Die besten technischen Möglichkeiten helfen nicht, wenn man nicht kommunizieren kann.“