Ein Augen- und Ohrenschmaus

Bad Oeynhausen-Volmerdingsen (JP). "Wir machen heute ordentlich Druck", kündigte Andreas Jürgensmeier vom Independent Sound Orchestra (ISO) aus Minden an. Das Versprechen haben die 18 Big-Band-Musiker eingehalten und beim Adventskonzert in der Erlöserkirche mit viel guter Laune, schwungvollen Arrangements und bekannten Liedern für vorweihnachtliche Stimmung gesorgt.

Aufstehen und mitklatschen erwünscht

Wer nach diesem Konzert nicht beschwingt die Erlöserkirche auf dem Wittekindshofer Gründungsgelände in Volmerdingsen verlassen hat, hat das Konzert des Independent Sound Orchestras wohl verschlafen. Jürgensmeier machte deutlich, dass es kein Sitzkonzert werde. Aufstehen, Mitklatschen und Mitmachen erwünscht. "Wir sind die einzige Big Band, bei der Handys im Konzert erlaubt sind. Sie werden eh nichts verstehen", scherzte der Bandmanager und Trompeter, der die Moderation nach seiner Begrüßung erstmals an Tochter Anna-Lena Jürgensmeier abgab: "Sie sieht nicht nur besser aus, sie ist auch noch jünger und intelligenter."

Von Beginn an hatte die Big Band die etwa 300 Zuschauer auf seiner Seite. Mit Klassikern wie "White Christmas", "Let it snow" und "Santa Baby" konnten die Musiker nichts falsch machen. Das Publikum klatschte mit und die Füße in den Sitzreihen wippten im entsprechenden Takt. Doch auch neue, südamerikanische und modern interpretierte Stücke wie "Chilli Pepper Christmas" kamen gut an. Abgerundet durch die Licht- und Lasershow, die das Kirchenschiff abwechselnd in rotes und blaues Licht tauchte, herrschte eine ganz besondere, gemütliche Atmosphäre. Der Aufbau ist jedes Mal aufwändig und dauert seine Zeit, doch die Mühe lohnt sich - staunende Blicke der Zuschauer, die die Laserstrahlen verfolgten, leuchtende Augen bei Groß und Klein. Zwischendrin ließ sich immer mal wieder ein kleiner Weihnachtsengel blicken, der den Gästen zuwinkte und im nächsten Augenblick schon wieder verschwunden war.

Solosängerin erntet viel Applaus

Im Vergleich zu den lauten, kräftigen Tönen der Big Band wurde es beim Auftritt von Ulrich Riebe erstaunlich ruhig. Das Mitglied des Espelkamper Schauspiel-Ensembles trug eine Weihnachtsgeschichte vor, der alle andächtig lauschten. Ganz neu beim Wittekindshofer Adventskonzert war eine Solo-Sängerin: Aileen Poggemöller aus Löhne ist seit kurzem Mitglied des Independent Sound Orchestras und sorgte nicht nur mit Mariah Careys "All i want for Christmas" für Gänsehaut. Nicht ein Ton war schief, was das Publikum mit kräftigem Applaus honorierte, ebenso das gelungene Duett mit Pianist Thomas Externest, der, wie Andreas Jürgensmeier sagte, "auch meint, singen zu können". Dass er dies deutlich besser kann, als Jürgensmeiers humorige Ankündigung versprach, zeigte der Vollblutmusiker nur allzu gerne und gab alles am Mikrofon.

Gemeinsam mit Aileen Poggemöller hatte auch der inklusive Chor "Nordumgehung" des Berufsbildungswerkes Wittekindshof zum Abschluss des Konzertes seinen großen Auftritt. Die Anspannung war den Sängerinnen und Sängern im Vorfeld anzusehen. Doch als die ersten Töne des bekannten Popsongs liefen, fiel die Anspannung bei allen Mitwirkenden ab uund die Gäste wurde mit einer Interpretation von "Ein Hoch auf uns" in den Abend entlassen.

Zum Abschied gab es am Ausgang der Erlöserkirche für alle die traditionellen Nikolaustüten der Firma Porta Möbel, die Firmengründer Herrmann Gärtner vor Jahren persönlich initiiert hatte.