Ein Jahr voller Begegnungen, Mut und gelebter InklusionRückblick 2025: Die schönsten Geschichten aus dem Wittekindshof

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu: Zeit, auf bewegende Momente, inspirierende Geschichten und wichtige Entwicklungen zurückzublicken. Auf unserem Newsportal „durchgeklickt“ haben wir ein Jahr lang berichtet, wie Inklusion im Wittekindshof täglich gelebt wird. Hier ein paar Höhepunkt der vergangenen zwölf Monate:

🌉 Übergänge gestalten: Brücken in neue Lebenswelten

Im März setzte der traditionelle Aschermittwochsempfang des Wittekindshofs ein wichtiges Zeichen. Mehr als 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft versammelten sich in der Wittekindshofer Werkstatt an der Sonnenbrede unter dem Motto: „Übergänge gestalten: Aus der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt“. 

Um Einblicke in verschiedene Arbeitswelten ging es auch beim bundesweiten „Schichtwechsel“, an dem sich im September die Wittekindshofer Werkstätten in Bad Oeynhausen und Gronauer beteiligten .Im November stand dann die Gronauer Frühschicht ganz im Zeichen beruflicher Inklusion. Rund 100 Unternehmerinnen und Unternehmer aus der heimischen Wirtschaft folgten der Einladung in die Wittekindshofer Werkstätten, um zu erfahren, wie Übergänge von der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gelingen können.

„Haben Sie Mut, Menschen mit Beeinträchtigung eine Chance auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu geben“, appellierte Marian Zachow, theologischer Vorstand der Stiftung, an die Anwesenden. 

🤝 Ehrenamt: Wenn Engagement Herzen öffnet

Wenn Harald Schöneborn in die Pedale tritt, genießt Wolfgang Holzheuer die frische Luft und die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht. Mit einem elektrischen Rollstuhlfahrrad sind die beiden Männer oft in Bad Oeynhausen und Umgebung unterwegs. Für Wolfgang Holzheuer, der eine Sehbeeinträchtigung hat und Schwierigkeiten beim Laufen, bedeutet das ein Stück mehr Freiheit und Mobilität.

In den Tagesstrukturierenden Angeboten in Bünde startet für Sylvia Vahrson jede Woche. „Ein Bekannter hat mich mal gefragt, was ich eigentlich für mein Ehrenamt bekomme. Ich kriege nichts, aber ich bekomme ganz viel zurück“, erklärt die ehrenamtliche Helferin. Menschen wie sie sind das Herzstück vieler Angebote – sie schenken Zeit, Aufmerksamkeit und echte Begegnung.

Beim Seniorennachmittag der Stadt Bad Oeynhausen drehten sich die Rollen um: Wittekindshofer Klientinnen und Klienten waren ehrenamtlich im Einsatz. 

💻 Digitale Technologien: Innovation für mehr Selbstbestimmung

„Selbstständigkeit ist das A und O“, sagt Dorian Müller. Der junge Mann engagiert sich für die Entwicklung der neuen Pezi-App (Persönliche Ziele), die Menschen mit Beeinträchtigung dabei unterstützen soll, ihre Wünsche und Ziele in Teilhabegesprächen selbstbestimmt zu formulieren.

Beim Projekt DiKomAll (Digitale Kommune für alle) wird Bürgerbeteiligung für alle Menschen zugänglich. Der digitale Kartentisch, der bei der Hauptversammlung der Diakonie RWL in Bonn präsentiert wurde, ermöglicht es Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, aktiv an der Stadtplanung teilzunehmen.

Ein besonderer Erfolg für die Wittekindshofer Werkstätten: Sie gewannen den ROI.BOT Award 2025 in der Kategorie "Soziale Robotik". Der Preis würdigt den innovativen Einsatz von Cobots (kollaborativen Robotern) in der Werkstatt.

⚽🎵 Sport, Kultur & Freizeit: Gemeinsam erleben

Ein kultureller Höhepunkt war der Auftakt der neuen Konzertreihe „Wiehen Klänge“ im September. Rund 180 Besucherinnen und Besucher erlebten auf dem Gründungsgelände in Volmerdingsen eine musikalische Weltpremiere: Erstmals erklang klassische Musik auf dem Dorfplatz, dargeboten vom Staatsbad-Orchester Bad Oeynhausen. Die Wittekindshofer Undercover-Band sorgte mit ihrem mitreißenden Pop-Set für den perfekten Auftakt. 

Ebenfalls im September war der zweite Gronauer Sommerlauf. Rund 100 Läuferinnen und Läufer nahmen die verschiedenen Strecken in Angriff. 

Ein außergewöhnliches Erlebnis bietet der Schwarzlichtgottesdienst in den Tagesstrukturierenden Angeboten in Bethanien. Im Dunkeln erstrahlten leuchtende Farben und Figuren, die die Schöpfungsgeschichte zum Leben erweckten. 

🌍 Unterwegs sein: Neue Horizonte entdecken

Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover wurde das inklusive Café "Pause inklusiv" zu einem Ort der Begegnung. Klientinnen und Klienten des Wittekindshofs waren als Servicekräfte im Einsatz und begeisterten die Gäste

Norbert Meyer zu Bexten erfüllte sich einen Traum: Eine Reise durch Schweden und Finnland bis nach Rovaniemi am Polarkreis. Und auch Dirk Bauerfeld wagte ein Abenteuer. Dank Pascal Veerkamp, der sich ehrenamtlich engagiert und eine Pilotenlizenz besitzt, startete er. In einer Cessna zu einem Rundflug über die Region. 

💪 Sich was trauen: Mut zu neuen Wegen

Im inklusiven Forschungsprojekt arbeiteten Klientinnen und Klienten als Co-Forschende mit. Anke de Vries und Daniel Beisbart lehrten an der Hochschule Bochum und zeigten: Menschen mit Beeinträchtigung sind die Expertinnen und Experten in eigener Sache. 

Das Dinner-Projekt im KIZ Café SoLero verbindet berufliche Teilhabe, Teamarbeit und Gastfreundschaft.

Eine Pflegefamilie zu werden, erfordert Mut. Familie Müller wagte den Schritt und öffnete ihr Zuhause für ein Kind mit Beeinträchtigung. "“Wir haben es keine Sekunde bereut“, sagen sie heute. 

Wir danken allen Mitarbeitenden, Klientinnen und Klienten, Ehrenamtlichen, Angehörigen, Förderern und Partnern, die dieses besondere Jahr möglich gemacht haben. Gemeinsam schaffen wir Räume, in denen Begegnung selbstverständlich wird – auf unserem Campus und mitten in der Stadt.

Auf ein ebenso bewegendes Jahr 2026! 🌟