Karriere

„Eine Galerie von Bildern und Erlebnissen“Klaus Wessel erhält Goldenes Kronenkreuz für mehr als 36 Jahre im Dienst am Menschen

Nach mehr als 36 Jahren in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof ist Diakon Klaus Wessel in den Ruhestand verabschiedet worden. In Anerkennung seiner langjährigen Tätigkeit und seines Engagements für Menschen mit Beeinträchtigung wurde dem 66-Jährigen das Goldene Kronenkreuz der Diakonie Deutschland verliehen.

„Ich nehme eine Galerie von Bildern und Erlebnissen mit in den Ruhestand“, sagte Klaus Wessel sichtlich bewegt bei seiner Verabschiedung im Kreis seiner Kolleginnen und Kollegen. Sein beruflicher Weg begann zunächst im Handwerk. Als Werkzeugmacher erlernte er einen Beruf, der Präzision, Sorgfalt und Ausdauer verlangt. Im März 1990 begann seine Tätigkeit im Haus Vorwerk. Mit großem Interesse entwickelte er sich fachlich und persönlich weiter und schloss die Ausbildungen zum Erzieher sowie zum Diakon erfolgreich ab. 

Mit seiner Einsegnung zum Diakon im November 1996 bekräftigte er seine Berufung bewusst. Unmittelbar danach wurde dem Löhner die Leitung einer Wohngruppe im Haus Vorwerk übertragen. Im Jahr 2004 übernahm Klaus Wessel zusätzlich die Verantwortung für ein weiteres Team im Haus Vorwerk. Mit seinem Wechsel in die Tagesstrukturierenden Angebote (TSA) Bethanien im Jahr 2010 begann ein neuer Abschnitt seines Berufslebens. Nach vielen Jahren im Bereich Wohnen und Assistenz übernahm er ein neues Arbeitsfeld und ließ sich mit Offenheit auf die veränderten Aufgaben ein.

Besonnenheit und Excel

Diakonin Sabine Kötitz-Hielscher, Einrichtungsleitung für das Kontakt- und Informationszentrum (KIZ) und die Tagesstrukturierenden Angebote (TSA) in Volmerdingsen, würdigte in ihrer Ansprache Klaus Wessels Einsatz. „Du hattest stets ein offenes Ohr, bist Herausforderungen mit Ruhe und Besonnenheit begegnet und hast Kolleginnen, Kollegen sowie die Menschen, die du begleitet hast, mit Geduld, Respekt und großem Einfühlungsvermögen unterstützt“, sagte sie. Wer mit Klaus Wessel zusammengearbeitet habe, denke an einen Menschen, auf den jederzeit Verlass war. 

Neben der Arbeit mit Menschen habe er aber noch eine weitere Leidenschaft gehabt: Excel. Mit beeindruckender Geduld, einem ausgeprägten Blick fürs Detail und viel Kreativität habe Klaus Wessel Tabellen und Lösungen gebaut, die den Arbeitsalltag vieler Kolleginnen und Kollegen strukturiert hätten. 

Das Goldene Kronenkreuz der Diakonie ist eine besondere Auszeichnung, die für einen Dienst am Menschen steht, der von Nächstenliebe, Verantwortungsbewusstsein und christlichen Werten geprägt ist. „Klaus Wessel hat sich über viele Jahre hinweg in herausragender Weise für die Belange von Menschen mit Beeinträchtigung eingesetzt“, begründete Sabine Kötitz-Hielscher die Verleihung. Sein Handeln sei dabei stets von den christlichen Werten der Nächstenliebe und Achtung der Würde jedes Menschen getragen gewesen.

Dankbar für Netzwerk

„Ich habe mich immer eingebunden gefühlt in ein Netzwerk von Menschen, die mir Vertrauen schenken und die Freiheit, um kreativ zu sein und Ideen einzubringen“, sagte Klaus Wessel. „Ich bin den Menschen, die mir zur Seite standen, dankbar, dass ihr hinter meinen Ideen standet und sie mitgetragen habt.“ Er schaue mit Dankbarkeit auf seinen Weg zurück. „Das Netzwerk aus Menschen, das ich aufbauen konnte, ist ein Privileg, auf das ich mit großem Glück schaue. Ich habe den Schritt, beim Wittekindshof anzufangen, nie bereut.“

Ganz verabschiedet ist Klaus Wessel allerdings noch nicht. Mit einem kleinen Stellenanteil bleibt der Löhner dem Wittekindshof auch weiterhin erhalten und wird seine Erfahrung sowohl im KIZ als auch in der TSA Bethanien weiterhin einbringen. „Gut, dass es noch etwas in die Verlängerung geht, dann ist der Cut nicht ganz so hart“, sagte er.