Wittekindshof

Einfach mal an sich selbst denken

Kleine Kinder halten ihre Eltern auf Trab. Wenn dann noch eine Entwicklungsverzögerung, eine Erkrankung oder Behinderung hinzukommen, sind schnell körperliche und psychische Grenzen erreicht. Das Ehepaar Heinker nutzt deshalb den Familienunterstützenden Dienst und verschafft sich Pausen zum Durchatmen.

Optimale Förderung: Frühförderung, Physiotherapie, Besuche im Sozialpädiatrischen Zentrum

Antje Heinker aus Schöppingen im Münsterland ist verheiratet, hat einen Sohn und baut ein Haus. Paul ist in der 28. Schwangerschaftswoche, also viel zu früh geboren. Seine Eltern tun alles, um Paul optimal zu fördern: Frühförderung, Physiotherapie, Besuche im Sozialpädiatrischen Zentrum und eine Spielgruppe, damit er Kontakt zu anderen Kindern bekommt. Sein Vater und seine Mutter haben gelernt, systematische Förderung ins alltägliche Spiel zu integrieren. Aber Antje Heinker sagt mittlerweile auch Stopp, wenn es ihr selbst oder für Paul zu viel wird: "Paul soll auch ein ganz normales Kind sein und einfach nur spielen. Wir können nicht immer etwas machen. Er ist ja noch klein." Dann sagt sie eine Therapiestunde ab, spielt einfach nur mit ihrem Sohn oder geht mit ihm raus an die frische Luft.

Freiräume für sich schaffen

Antje Heinker hat gelernt, noch einen Schritt weiterzu gehen: "Ich nehme mir die Freiheit, dass Jule kommt. Dann hat Paul seinen Spaß und ist gut versorgt und ich kann die Bauklamotten anziehen und was an unserem Haus machen, in dem wir bald alle zusammen wohnen werden. Für mich wäre es das schlimmste, wenn ich immer nur zugucken müsste oder den Kinderwagen dabei hätte und Paul wäre langweilig, wenn ich auf der Baustelle bin."

Pflegekasse finanziert Familienunterstützenden Dienst stundenweise

Jule Schwede gehört zum Team des Familienunterstützenden Dienstes (FuD) Wittekindshof. Über die Pflegekasse wird der stundenweise Einsatz finanziert. Antje und Guido Heinker möchten den FUD nicht mehr missen. Die Empfehlung ihrer Physiotherapeutin, auch mal an sich selbst zu denken, kann Antje Heinker jetzt manchmal umsetzen: "Wenn Jule kommt, können wir abends weggehen oder einen Wein trinken. Jule weiß genau, was Paul braucht. Wir haben dann die Freiheit, abends mal wirklich raus zu gehen und haben Zeit für uns."