Erste inklusive Dienstbesprechung

Löhne (JP). Seit mehr als zehn Jahren gilt in Deutschland die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Deutschland hat sich verpflichtet, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen zu verwirklichen: Frei nach dem Motto "Nicht ohne uns über uns". "Deshalb haben wir in den Wittekindshofer Werkstätten Mitarbeiterbefragungen durchgeführt. 94 Frauen und Männer mit Behinderung haben in der Betriebsstätte Ulenburg daran teilgenommen, sich zu den Arbeitsbedingungen geäußert und zum Ausdruck gebracht, wo vielleicht Verbesserungsbedarf besteht", erklärt Reinhard Scheer, zuständig für das Qualitätsmanagement in den Wittekindshofer Werkstätten. In einer inklusiven Dienstbesprechung mit allen Mitarbeitenden und Werkstatt-Beschäftigten hat er die Ergebnisse der Befragung vorgestellt.

Lautstärke regulieren

Die Antworten der einzelnen Betriebsstätten wurden individuell ausgewertet. "Die Ergebnisse geben Hinweise, wo alles zur Zufriedenheit ist und wo Handlungsbedarf besteht. Die Verbesserungen müssen dann die Kollegen und Kolleginnen vor Ort gemeinsam mit den Beschäftigten besprechen und umsetzen", sagte Scheer und leitete zur Ergebnispräsentation über: "90 der 94 Befragten arbeiten gerne in der Betriebsstätte Ulenburg. Das ist ein super Ergebnis." Fragen zur Größe des Arbeitsplatzes, der Helligkeit, der Lautstärke, der Ausstattung, dem Fahrdienst, dem Klima und der Arbeit an sich wurden gestellt. Insgesamt gab es kaum Themen, bei denen großer Diskussionsbedarf bestand. "Nur die Lautstärke sorgt für eine gewisse Unzufriedenheit bei manchen", stellte Scheer fest. "Daran arbeiten wir bereits", berichtete Bereichsleiter Thomas Spannuth. Er habe bereits einen Termin mit der Wittekindshofer Tischlerei vereinbart, um über mögliche Trennwände und neue Raumaufteilungen zu sprechen. "Ein erster Schritt wird sein, dass wir für mehr Ruhe beim Mittagessen sorgen. Darauf haben uns schon viele von euch angesprochen", berichtete er den etwa 90 Anwesenden.

Werkstattrat bekannter machen

Weiterhin deutlich wurde bei der Befragung der Werkstattbeschäftigten, dass viele den Werkstattrat, nicht kennen oder nicht wissen, wer im Werkstattrat ist und wann er oder sie angesprochen werden kann. Die Werkstatträte der Betriebsstätten sowie der Gesamtwerkstattrat sind die Interessenvertretungen der Mitarbeitenden. "Da ist es schade, dass viele von euch den Rat nicht kennen. Das müssen wir ändern", sagte Spannuth. Gemeinsam wurde die Idee einer wöchentlichen Sprechstunde entwickelt, die eingeführt werden soll. "Oder auch ein Plakat", wurde aus dem Plenum gerufen. "Aber so groß, dass wir das lesen können", fügte jemand anderes hinzu. "Auch eine gute Idee, die wir angehen werden. Nutzt weiterhin die Möglichkeit, Probleme und Wünsche mit dem Werkstattrat zu besprechen. Nur so können wir wissen, wo es hakt und gemeinsam mit euch handeln", appellierte Spannuth an die Mitarbeitenden.