Bönen/ Kreis Unna (AM). "Es geht endlich los", erklärte Christoph Mertens, der Geschäftsführer der Lebensräume gestalten gGmbH, kurz Lege, beim symbolischen ersten Spatenstich für das Wohnhaus für 24 Frauen und Männer mit Behinderung in Bönen. Das zweigeschossige Wohnhaus mit 24 Einzelzimmern wird bis Ende 2018 an der Friedhofstraße 31a/ Ecke Auf dem Holtfeld entstehen. "Schon jetzt haben wir 26 Anfragen von Menschen mit Behinderung und ihren Familien vorliegen" berichtet Diakon Hartmut Wloka, der sich zusammen mit Mertens die Geschäftsführung der Lege teilt, einem gemeinsamen Tochterunternehmen der <link http: perthes-stiftung.de external-link-new-window>Evangelischen Perthes-Stiftung e.V. und der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. "Hier konkurrieren nicht zwei große diakonische Träger, sondern kooperieren, um Menschen mit Behinderung wohnortnah die Unterstützung anzubieten, die bisher im Kreis Unna fehlt", betonte Wloka und wies auf ein weiteres Wohnhaus für Menschen mit Behinderung hin, das die Lege ab 2018 in Holzwickede bauen wird.
Bürgermeister freut sich über neue Arbeitsplätze
"Sie bringen Infrastruktur in unsere Gemeinde", lobte Bürgermeister Stephan Rothering und wies neben den Wohnangeboten auf die zusätzlichen Räume für Tagesstrukturierende Angebote hin, die im Neubau geplant sind. Sie werden auch Bürgerinnen und Bürger mit Behinderung offenstehen, die nicht im Neubau wohnen werden und einen abwechslungsreichen Tages- und Wochenablauf und individuelle Förderung wünschen. Dank sprach der Bürgermeister dafür aus, dass im Neubau rund 30 neue Arbeitsplätze für pflegerische und heilpädagogische Fachkräfte entstehen. Auch im Namen von Rat und Verwaltung wünschte er für die anstehenden Bauarbeiten viel Glück ohne größere Komplikationen.
Mit dem ersten Spatenstich endet eine rund siebenjährige Planungsphase. Mertens erinnerte daran, dass nach Bedarfsabstimmungen mit dem Kreis und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bereits die Grundstückssuche aufwendig gewesen sei. "Nur mit Unterstützung der Gemeinde Bönen ist es gelungen, die Anforderungen an das Grundstück nach möglichst inklusiver Lage in reiner Wohnbebauung und mit guter Erreichbarkeit von Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten sowie Ärzten zu erfüllen. Als die Planungen dann schon weiter fortgeschritten waren, trat das Wohn- und Teilhabegesetz in Kraft, das aufwendige Umplanungen ausgelöste hatte", berichtete Mertens.
Kleine Wohneinheiten für sechs Personen
Bis Ende nächsten Jahres soll auf dem Grundstück Friedhofstraße 31a/ Ecke Auf dem Holtfeld ein barrierefreier Neubau mit je zwei kleinen Wohneinheiten mit sechs Einzelzimmern im Erd- und Obergeschoss entstehen. Zur gemeinschaftlichen Nutzung werden in jeder Wohneinheit eine Küche und ein Wohn- Esszimmer mit direktem Zugang zur Terrasse und Garten oder zum Balkon zur Verfügung stehen. Die separaten Räume für Tagesstrukturierende Angebote sind in einem geschwungenen teilweise einstöckigen Gebäudeflügel neben dem Haupteingang geplant. Einziehen werden erwachsene Frauen und Männer mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Bewohnerinnen und Bewohner im erwerbstätigen Alter werden in den Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) der Evangelischen Perthes-Stiftung e.V. in Unna und Kamen arbeiten oder ebenso wie Personen im Rentenalter an den Tagesstrukturierenden Angeboten teilnehmen. Auf dem Programm stehen Bastel- und Werkarbeiten, Einkaufen, Kochen und gemeinsam Essen, Ausflüge und Spaziergänge, Musik und Spiele, Bewegung und Entspannung sowie bei Bedarf die systematische Förderung zur Vorbereitung auf eine Werkstatttätigkeit oder zum Erhalten vorhandener Kompetenzen.
Die Baukosten belaufen sich auf rund 2,2 Millionen Euro. Von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW liegt eine Förderzusage in Höhe von 589.400 Euro vor.