Dennis Radtke kam, sah und versprach Unterstützung: Der Europaabgeordnete (CDU/EVP) hat in Herne tiefe Einblicke in ein Wittekindshofer Wohnhaus erhalten, in dem 24 Menschen mit geistiger Behinderung leben. Bei seinem Besuch wurde ihm vor Augen geführt, dass etwa ein Drittel der Bewohner über Weihnachten im Haus bleibt. Die diensthabenden Mitarbeitenden gestalten deshalb ein gemütliches und heimeliges Fest für alle, die zurückbleiben. Um so eine individuelle Unterstützung dauerhaft zu ermöglichen, muss sich der Dienstplan an den Bedürfnissen und Bedarfen der Bewohner orientieren. Ein Kraftakt, dem der Europaabgeordnete Respekt zollt. "Man muss den Hut ziehen vor den Mitarbeitenden, die auch an den Feiertagen im Dienst sind, um Menschen mit Behinderung, die nicht zu ihren Familien fahren, ein schönes Weihnachtsfest zu ermöglichen und ihnen an jedem Tag im Jahr die Unterstützung zukommen lassen, die sie benötigen. Das gilt für viele Branchen", sagte Dennis Radtke anerkennend.
Personal gesucht
Geschäftsbereichsleiter Matthias Jacobstroer, der sämtliche Angebote des Wittekindshofes in Oberhausen und Herne verantwortet, sprach das Thema Fachkräftemangel an und erklärte seinem Gast, dass etwa 30 Prozent seiner Mitarbeiter Präsenzkräfte ohne Fachausbildung seien. "Wir setzen auf Multiprofessionalität. Allerdings ist der Fachkräftemangel auch für uns ein großes Thema. Daher sind wir immer auf der Suche nach qualifiziertem Personal, freuen uns aber auch über ungelernte Kräfte, die den Weg zu uns finden. Gerne würden wir mehr unserer Präsenzkräfte eine Ausbildung ermöglichen. Diese stehen allerdings häufig schon mitten im Leben, haben Familie und benötigen dementsprechend finanzielle Mittel. Ein Ausbildungsgehalt reicht da nicht aus", so Jacobstroer.
Gesetz könnte Abhilfe schaffen
Um in diesem Punkt Abhilfe zu schaffen, sei das sogenannte Qualifizierungschancengesetz eine ideale Möglichkeit. Arbeitgeber und -nehmer erhalten dadurch finanzielle Unterstützung, die hilft, die Ausbildungsphase finanziell zu überbrücken. "Allerdings werden unsere benötigten Fachkräfte wie die Heilerziehungspfleger laut Gesetz nicht gefördert. Altenpfleger und andere Pflegeberufe allerdings schon", erklärt Jacobstroer. "Die Nachricht ist angekommen", sagt Radtke, der unter anderem Mitglied des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten im Europaparlament ist. Zwar sei dies ein Bundesgesetz, aber er werde dieses Problem an zuständige Stellen weitergeben. Als gebürtiger Wattenscheider sei es ihm stets ein Anliegen, die Region zu unterstützen - sei es auf Europaeben oder durch Hinweise an zuständige Kollegen. Was der Politiker sonst noch im Wohnhaus an der Burgstraße erlebt hat, und welches Ziel der Wittekindshof mit Wohnangeboten wie diesen verfolgt, lesen Sie in unserer Pressemitteilung Den Hut vor Mitarbeitenden ziehen.