Ricarda Wetter hat ein klares Ziel: „Ich will noch viel mehr über meine Beeinträchtigung wissen.“ Die junge Frau aus Lübbecke ist eine von zwölf Teilnehmenden der deutschlandweit einzigartigen Schulung „Prader-Willi-Syndrom für Menschen mit PWS“, die jetzt in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof startete. Erstmals werden dabei nicht Betreuer und Angehörige, sondern Menschen mit PWS selbst zu Expertinnen und Experten für ihr Syndrom ausgebildet.
„Viele Jahre haben wir Schulungen für die Menschen gemacht, die Menschen mit PWS begleiten. Jetzt ist es Zeit, dass diejenigen, die mit dem Syndrom leben, selbst genauso viel darüber wissen“, erklärt Dr. Norbert Hödebeck-Stuntebeck, Leiter des Instituts PWS InterNational. Gemeinsam mit Dr. Hubert Soyer ist er Initiator der Schulungsreihe. Das Prader-Willi-Syndrom (PWS) ist eine seltene, genetisch bedingte Erkrankung. Es beruht auf einem Defekt des Chromosoms 15. Menschen mit PWS erleben unter anderem ein dauerhaftes Hungergefühl, da ihr Gehirn kein Sättigungssignal sendet. Hinzu kommen weitere körperliche und kognitive Besonderheiten, die im Alltag besondere Unterstützung erfordern können.