Friedensgebet zum Auftakt des Stadtteilfestes

Gronau (AM). Menschen jeden Alters, mit und ohne Behinderung aus verschiedenen Kulturen und mit unterschiedlichen Konfessionen und Religionen haben am Samstag bei schönstem Spätsommerwetter zusammen das zweite Stadteilfest im Gronauer Westen auf dem Gelände der Wittekindshofer Werkstätten gefeiert. Eröffnet haben das Fest Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden sowie von zwei muslimischen Gemeinden aus Gronau. Die vier Geistlichen haben Abraham, den Stammvater der Juden, Muslime und Christen in den Mittelpunkt gerückt und Verbindendes zwischen den Religionen betont.

Pfarrer Edward Pawolka von der Katholischen St. Antonius Gemeinde erinnerte daran, dass Abraham ein von Gott erwählter, Heimatloser war, der in der Fremde mit großem Gottvertrauen gelebt habe. Das veranschaulichte Imam Mustansar Ahmad von der Ahmadiyya Muslim Jamaa, der an Ismael, den Sohn Abrahams und seiner Magd Hagar berichtete, der Gottes Barmherzigkeit durch Wasser in der Wüste erlebte dort, wo heute der zentrale islamische Wallfahrtsort Mekka sei. Imam Ekrem Kurt von der Türkisch-Islamischen Gemeinde der Fatih Moschee, erklärte, dass der Islam und die andere monotheistischen Religionen, zu der auch das Christentum gehöre, ihre Gläubigen auffordern, Gastfreundschaft zu erweisen und Bedürftigen zu helfen. Der Imam betonte, dass Selbstlosigkeit und Offenheit, die beim Stadtteilfest gelebt werden, zu einem besseren Zusammenleben beitragen.

Als Gastgeber des Stadteilfestes erklärte der Vorstandssprecher der Diakonischen Stiftung Wittekindshof Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke: "Wir glauben alle an einen Gott, der uns auch dort noch liebt und hilft, wenn unsere Kräfte erschöpft sind. Der uns für unser Leben eine neue Chance gibt, wo wir es auch eigener Kraft nicht schaffen können. Und unser Leben erhält und immer neues Leben schafft." Höhepunkt des religiösen Auftaktes des Stadteilfestes war das gemeinsame Gebet für den Frieden, dass Imam Ekrem Kurt und der evangelische Pfarrer Willy Bartkowski auf arabisch und deutsch gesprochen haben mit der Bitte um Gnade, damit Trägheit, Gleichgültigkeit und Furcht besiegt werden und alle sich einsetzen für eine Kultur des Friedens zwischen allen Völkern.

Stadteilfest
Die Diakonische Stiftung Wittekindshof hat das Stadteilfest rund um die Wittekindshofer Werkstätten am Schürblick initiiert und wie bereits vor vier Jahren anstelle des jährlichen Sommerfestes gefeiert, um das Zusammenleben aller Menschen im Stadtteil zu fördern. Das Stadtteilfest haben über 20 Vereine, Initiativen und Institutionen gemeinsam gestaltet. Die organisatorischen Fäden sind im Stadtteilzentrum Luise bei Torsten Radau und im Wittekindshof bei Diakonin Ella Buresch zusammengelaufen. Möglich war das Fest durch viel ehrenamtliches Engagement und durch die Förderung verschiedener Betriebe in Gronau und Epe, vor allem der Sparkasse Westmünsterland und der Aktion Mensch.