Wohnen & Assistenz

Gemeinsam mehr erreichenWie die Lege-Kooperation zeigt, dass starke Netzwerke Versorgungslücken schließen können

Wenn zwei diakonische Träger ihre Kräfte bündeln, kann Gutes entstehen. Das beweist die Lebensräume gestalten gGmbH, kurz Lege, eine gemeinsame Tochtergesellschaft der Evangelischen Perthes-Stiftung und der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. Gegründet, um Versorgungslücken bei Wohnangeboten für Menschen mit Beeinträchtigung im Kreis Unna zu schließen, zeigt die Kooperation, wie Netzwerkarbeit gelingen kann.

Davon hat sich nun auch der Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek (SPD) überzeugt, als er das gemeinsame Wohnhaus „Auf dem Holtfeld“ in Bönen besucht hat. Das erste gemeinsame Wohnhaus der Lege öffnete 2019 seine Türen und bietet seither 24 Menschen mit Beeinträchtigung ein barrierefreies Zuhause. Rund 22 Mitarbeitende kümmern sich um Betreuung und Pflege. Ein weiteres Wohnprojekt in Holzwickede ist in Planung.

Wohnortnahe Angebote

Während seinem Besuch erhielt Oliver Kaczmarek Einblicke in die individuell gestaltbaren Einzelzimmer, die gemeinschaftlich genutzten Wohnbereiche sowie die Räume für Tagesstrukturierende Angebote. „Hier wird deutlich, wie wichtig wohnortnahe und zugleich qualitativ hochwertige Angebote für Menschen mit Unterstützungsbedarf sind. Das Wohnhaus ist ein starkes Beispiel für gelungene Inklusion im Alltag“, betonte der SPD-Politiker. 

Empfangen wurde er von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Vertreterinnen und Vertretern beider Träger, darunter Thorsten Vulpius und Heiko Pohl aus der Bewohnerschaft, Bereichsleiter Eckart Mank, Bernd Samson (Diakonische Stiftung Wittekindshof) sowie Joana Deister (Evangelische Perthes-Stiftung).

Planungssicherheit für Träger

Im Austausch mit Oliver Kaczmarek wurden auch aktuelle Herausforderungen in der Eingliederungshilfe angesprochen. Bereichsleiter Eckart Mank verwies insbesondere auf Unsicherheiten bei der Finanzierung sowie auf steigende Anforderungen durch Dokumentationspflichten. Kaczmarek unterstrich, dass die Rahmenbedingungen für die Eingliederungshilfe verlässlich bleiben müssen: „Die Leistungen der Eingliederungshilfe sind zentral für gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb ist es wichtig, Planungssicherheit für Träger und Einrichtungen zu gewährleisten und bürokratische Belastungen dort abzubauen, wo sie die eigentliche Arbeit erschweren.“

Fachwissen teilen, Ressourcen bündeln

Bernd Samson, Joana Deister, Ricarda Wenzel, Thorsten Vulpius, Eckart Mank, Oliver Kaczmarek und Heiko Pohl

„Die Lege ist ein Paradebeispiel dafür, wie Netzwerkarbeit in der Eingliederungshilfe funktionieren kann“, erklärt Bernd Samson, Geschäftsbereichsleitung beim Wittekindshof und gemeinsam mit Christoph Mertens von der Perthes-Stiftung Geschäftsführer der Lege. Die Idee hinter der Kooperation ist so einfach wie wirkungsvoll: besonderes Fachwissen und sozialräumliche Ressourcen werden zu gemeinsamen Lösungen gebündelt. 

Für den Wittekindshof ist die Lege-Kooperation mehr als ein einzelnes Projekt. Sie steht für eine Haltung, die das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten geprägt hat: Partner suchen, Netzwerke knüpfen, und gemeinsam Lösungen entwickeln, die Menschen mit Beeinträchtigung ein selbstbestimmtes Leben in ihrem vertrauten Umfeld ermöglichen. „Wir können nicht überall sein“, sagt Bernd Samson. „Aber wir können mit starken Partnern zusammenarbeiten, die unsere Werte teilen. So erreichen wir gemeinsam mehr, als jeder für sich allein.“