Zwei neue Hochbeete stehen im Garten des Hauses Frankfurt auf dem Gründungsgelände in Volmerdingsen. Bohnen, Blattsalate, Karotten, Erbsen, Pastinaken, Lauchzwiebeln und Rotkohl sprießen oder konnten bereits geerntet werden. Die Mitarbeiterinnen Yvonne Hansen, Katrin Miegel, Kirsten Stock und Katja Dreyer haben die Beete gemeinsam mit den Bewohnern Tamer Hagedorn, Leon Pascal Nickich, Cedric Frentzel und Timo Ott, der mittlerweile in Haus Berlin lebt, gebaut.
Holz gesägt und gestrichen
Anfang Mai haben die Arbeiten begonnen. Das benötigte Material wurde durch Spenden an das Haus finanziert. "Ich habe solch ein Projekt vor einigen Jahren schon einmal im Haus Braunschweig gestartet, damals noch mit Maurerkübeln. Das ist super angekommen", berichtet Ideengeberin Yvonne Hansen. Daher wiederholte sie die Aktion. "Aber dieses Mal richtig", wie sie sagt. Lange Holzlatten, Hasendraht und weitere Materialien wurden gekauft und selbst bearbeitet. "Wir haben zusammen das Holz an der Kreissäge gekürzt und die Beete gestrichen", berichtet Hansen. "Unten auf dem Boden ist Hasendraht, damit die Mäuse nicht durchkommen und alles auffressen", erklärt Cedric Fretzel, der eifrig mitgearbeitet hat.Aufgefüllt wurden die Beete mit Laub und Kompost – also alles komplett in Bio-Qualität und direkt aus dem Beet essbar.
Gemeinschaftlich etwas geschaffen
"Die Jungs sollen lernen, dass unser Essen auch mit Arbeit verbunden ist und nicht alles einfach da ist", fasst Yvonne Hansen ein Ziel der Aktion zusammen. Zudem freut sie sich, dass alle große Rücksichtnahme bei den Arbeiten gezeigt haben und gemeinschaftlich etwas erreicht haben: "Da es hier bei uns in der Heilpädagogischen Intensivbetreuung eher um das Individuum geht, war das ein tolles Erlebnis."
Auch Tomaten werden angepflanzt
Die Bewohner des Hauses Frankfurt gehen sehr behutsam mit den Beeten um. "Sie ehren es mehr, als wenn es etwas Gekauftes wäre", meint Hansen. Ab und an zupfe ein Bewohner Unkraut. Und auch auf die Tomatenpflanzen, die in zwei extra Kübeln gedeihen, wird große Acht gegeben. Immer donnerstags wird nun "ein gesunder Tag" eingelegt. Dann gibt es besonders viel Gemüse und Obst – nach Möglichkeit auf den eigenen Hochbeeten.