Hilfe für ehemalige Heimkinder

„Ich habe lange mit mir gerungen. Das fühlt sich alles so an, als ob es gestern passiert ist“, erklärt Heinz Knipper. Er ist ein stattlicher Mann und nicht auf den Mund gefallen, trotzdem fällt dem 64-Jährigem jetzt das Reden schwer. Er stockt zwischen den einzelnen Worten und trocknet ein paar Tränen: „Außen bin ich stark, aber innerlich bin ich ein Wrack. Ich habe auch darunter leiden müssen, wie es früher im Wittekindshof war. Das war eine Schande, deswegen bin ich innerlich kaputt.“

Stiftung Anerkennung und Hilfe

Heinz Knipper hat von Geburt an im Heim gelebt. Mit sieben Jahren ist er in das Wittekindshofer Lazarusheim gekommen. Er hat in verschiedenen Wohnhäusern gelebt und die Einrichtung mit 24 Jahren als Dreher verlassen. Seitdem lebt er selbständig. In den Heimen hat er Schläge, Willkür und Übergriffe erlebt. Es fällt ihm schwer, davon zu berichten. Auch beim Anruf bei der Anlauf und Beratungsstelle der Stiftung Anerkennung und Hilfe fließen Tränen und die Worte bleiben ihm im Hals stecken. Trotzdem berichtet er Wochen später: „Ich fühle mich seit dem Gespräch erleichtert. Der Druck ist nicht mehr so hoch.“

Kontakt über die Anlauf- und Beratungsstellen

Ehemalige Heimkinder, die wie Heinz Knipper in der Behindertenhilfe oder Psychiatrie Leid und Unrecht erlebt haben, können sich noch bis zum 31. Dezember 2019 an die „Stiftung Anerkennung und Hilfe“ wenden: www.stiftung-anerkennung-und-hilfe.de oder Infotelefon: 0800/221 2218. Neben dem Gesprächsangebot zahlt die Stiftung auch einmalige Geldpauschalen in Höhe von 9.000 Euro zur selbstbestimmten Verwendung und bis zu 5.000 Euro einmalige Rentenersatzleistungen.

Eine Antragstellung direkt beim Wittekindshof ist nicht möglich. Die Anmeldung muss immer über die Anlauf- und Beratungsstellen der Stiftung Anerkennung und Hilfe erfolgen. Für Personen, die heute in Westfalen und Lippe leben, ist die Anlauf- und Beratungsstelle des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zuständig. Die Ansprechpersonen sind dienstags und donnerstags erreichbar unter: Telefon: (0251) 591-45 82 (Matthias Ehrhard), oder Telefon: (0251) 591-4582 (Birgit Kühne), Telefon: (0251) 591-4290 (Tim-Andreas Werner) oder Telefon: (0251) 591-5446 (Rüdiger Klebeck – nur vormittags).

"Das war eine Schande" (Heinz Knipper)

Die Wittekindshofer Zeitschrift Durchblick hat ausführlich über Heinz Knipper berichtet. Sie können den Durchblick kostenlos bestellen unter Telefon: (0 57 34) 61-11 33 oder presse@wittekindshof.de oder im Downloadbereich herunterladen. Der Bericht "Das war eine Schande" übe rHeinz Knipper stehen auch als Einzel-Download ( PDF, 227 kb) zur Verfügung.