„Die Impulse aus Leipzig bestärken uns darin, unsere Prozesse in den Werkstätten weiterzuentwickeln, um Menschen eine echte Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen“, sagt Diakonin Katy Wattenberg, stellvertretende Wittekindshofer Regionalgeschäftsführung Ostwestfalen.
Zentral sei dabei, sowohl Mitarbeitende mit Werkstattvertrag als auch mit Tarifvertrag einzubeziehen. Führungskräfte müssten nicht nur steuern, sondern vor allem Klarheit im Ziel vermitteln, Strategien formulieren und Werte transparent machen. „Nur wenn alle Beteiligten auf dem Weg begleitet und befähigt werden, können Veränderungen nachhaltig gelingen.“
Es Du wird Wir
Besonders prägend sei für das Wittekindshofer Team der Fachvortrag von Katrin Euler vom Team „53Grad Nord“ gewesen. „Sie berichtete aus eigener Erfahrung, wie sie Menschen dabei unterstützt, den Schritt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu wagen. Dabei machte sie deutlich: Veränderungsprozesse im Kontext Werkstatt erfordern eine klare ethische Überzeugung und ein professionelles Selbstverständnis“, berichtet Katy Wattenberg.
Laut Katrin Euler brauche es interne und externe Vernetzung, damit aus einem „You can“ („Du kannst“) ein „We can do it“ („Wir können es“) entstehe.
Assistentzsysteme im Blick
Neben den Fachvorträgen entdeckte das Team auch praktische Lösungen für den Arbeitsalltag. Besonderes Interesse weckte das Assistenzsystem „ALINO“ der Firma delta3. Das tragbare System unterstützt Beschäftigte mit Beeinträchtigung bei ganz unterschiedlichen Aufgaben, ob in der Montage, im Garten- und Landschaftsbau oder in der Bildung. Arbeitsschritte werden je nach Bedarf per Video, Sprache, Lichtsignale oder einer Kombination daraus angeleitet. Ablauf und Tempo können dabei individuell gesteuert werden.
„Solche Systeme ermöglichen es, Arbeitsplätze passgenau auf die Bedürfnisse der Beschäftigten einzurichten“, sagt Jaana Schulz, Bereichsleiterin in der Wittekindshofer Werkstatt Ulenburg in Löhne.