Wittekindshof

Kein Platz für SpaltungJahresempfang 2026: Wittekindshof bezieht klar Stellung gegen Ausgrenzung und für Teilhabe

„Wir setzen hier und heute ein Zeichen für Offenheit, Gerechtigkeit und das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben für alle Menschen. Wer Diskriminierung, gesellschaftlichen Ausschluss oder die Spaltung unserer Gesellschaft fordert, findet bei uns keinen Platz.“ Mit diesen klaren Worten eröffnete Marco Mohrmann, kaufmännischer Vorstand der Diakonischen Stiftung Wittekindshof, den traditionellen Jahresempfang der Stiftung. 

Rund 230 Gäste aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft kamen in die Wittekindshofer Werkstatt an der Sonnenbrede in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen zusammen. Der Empfang fand erstmals unter neuem Namen statt. Die beliebte Grünkohl-Tradition blieb erhalten.

Marco Mohrmann machte in seiner Ansprache deutlich, wie wichtig es gerade in unsicheren Zeiten sei, Haltung zu zeigen. „Wir erleben, wie demokratische Grundwerte und Menschenrechte infrage gestellt werden. Wie Stimmen laut werden, die Diskriminierung und Ausgrenzung fordern, besonders gegenüber Menschen mit Beeinträchtigung, Minderheiten, Geflüchteten und Andersdenkenden. Populistische Parteien machen offen Stimmung gegen Inklusion und gesellschaftliche Vielfalt. Sie stellen Offenheit und Teilhabe in Frage und propagieren ein rückwärtsgewandtes Gesellschaftsbild“, so Mohrmann. 

Er betonte weiter: „Das widerspricht allem, wofür wir als Wittekindshof stehen. Wir treten jeder Form von Diskriminierung und gesellschaftlicher Spaltung entschieden entgegen. Um es unmissverständlich auf den Punkt zu bringen: Menschen mit solcher Haltung haben bei uns keinen Platz. Wir stehen ein für eine Gesellschaft, in der Respekt und Teilhabe gelebt werden. Offenheit und Vielfalt sind für uns keine leeren Worte, sondern die Grundlage unseres Handelns.“ Tosender Applaus vom Publikum.

Jeder und jede hat das Recht darauf, verstanden zu werden und sich verständlich machen zu können.

Marco Mohrmann

Mit Blick auf das Veranstaltungsmotto „Wie Technologie Selbstbestimmung stärkt“ unterstrich Mohrmann, wie sehr Digitalisierung und assistive Technologien neue Wege zu mehr Selbstbestimmung und Teilhabe eröffnen – gerade für Menschen mit Beeinträchtigung. „Berufliche Bildung ohne digitale Kompetenzen ist heute nicht mehr zeitgemäß. Technologie ist kein Ersatz für sinnstiftende Arbeit, sondern ein Werkzeug, um sie möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen.“ 

Mohrmann machte deutlich, dass Selbstbestimmung durch Technologie nur im Zusammenspiel von technischer Kompetenz, ethischer Orientierung und sozialer Praxis gelinge. Es brauche Menschen, die begleiten, erklären und gemeinsam neue Wege gingen. Besonders im Bereich der Kommunikation zeige sich, wie sehr Technik zu mehr Selbstbestimmung beitragen könne: „Jeder und jede hat das Recht darauf, verstanden zu werden und sich verständlich machen zu können. Aber fast jeder zweite Mensch mit Beeinträchtigung, der bei uns lebt oder arbeitet, braucht eine Form der Unterstützten Kommunikation.“ 

Noch immer sei Kommunikation eine Barriere für viele Menschen mit Beeinträchtigung, auch im Wittekindshof. Mohrmann betonte, dass die Stiftung sich dieser Herausforderung stelle und sich als aktiver Gestalter dieser Zukunft sehe: „Wir verbinden Innovation und Menschlichkeit, gemeinsam mit Mitarbeitenden, Partner*innen und vor allem den Menschen, für die wir da sind – für echte Teilhabe und Selbstbestimmung für alle.“