Kinder lernen Selbstständigkeit

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Gronau (JP). "Wir wollen gemäß unserer Konzeption den Kindern dabei helfen, immer selbstständiger zu werden. Sie sollen hier einen Ort finden, zu dem sie gern kommen und an dem sie Selbstständigkeit einüben können - so wie es auch Jesus im Tempel im Jerusalem gelebt hat", sagte Pfarrer Prof. Dr. Dierk Starnitzke, Vorstandssprecher der Diakonischen Stiftung Wittekindshof zur Eröffnung des neuen Familienzentrums Wittekindshof an der Volker-Grabkowsky-Straße in Gronau.

Starnitzke zog in seiner Andacht Parallelen zur Bibelpassage Lukas 2,41-52, in der Jesus nach dem Passahfest mitten unter den Gelehrten als gleichberechtigter Gesprächsteilnehmer sitzt, auf Augenhöhe diskutierend. Das Familienzentrum Wittekindshof sei auch ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Es sei Anlaufstelle und Treffpunkt für Kinder und deren Familien. "Im Familienzentrum soll sich jeder Mensch wohl und angenommen fühlen und teilhaben können", betonte Starnitzke.

Symbolischer Schlüssel zur Eröffnung

55 Kinder von einem Jahr bis zum Einschulungsalter lernen und spielen gemeinsam in dem Neubau, den das Gronauer Familienunternehmen HOFF und Partner bauen ließ und der nun langfristig an die Diakonische Stiftung Wittekindshof vermieten worden ist. "Als der Wittekindshof uns ansprach, ob wir uns vorstellen können, eine Kita mit ihnen zu verwirklichen, musste ich nicht lange überlegen. Den Wittekindshof und HOFF verbindet eine langjährige Partnerschaft, die mit diesem Projekt fortgeführt wurde. Zu sehen, wie das Gebäude nun mit Leben gefüllt wird, lässt mein Herz glühen. So haben wir uns das vorgestellt", erklärte Geschäftsführer Ingo Hoff, der einen symbolischen großen Schlüssel zur Eröffnungsfeier mitgebracht hatte und an die Verantwortlichen des Wittekindshofes sowie Kinder der Kita überreichte.

Gruppenräume und Turnhalle

Entstanden ist ein zweigeschossiger Flachdachbau mit etwa 660 Quadratmetern Bruttogeschossfläche und einer Außenspielfläche von etwa 700 Quadratmetern. Drei Gruppen finden im Neubau Platz, zwei im Erdgeschoss, eine im Obergeschoss. Dort befindet sich auch eine große Turnhalle, in der sich die Kinder austoben können, die aber auch als Mehrzweckraum genutzt werden kann - etwa für Elternabende.

Modellprojekt mit Lindenschule geplant

"Wir freuen uns, dass wir nun mit Ihnen die Einweihung feiern können. Die Jungen und Mädchen haben sich auf diesen Tag vorbereitet, Lieder einstudiert und Bilder gemalt", sagte Julia Wolters, Leiterin des Familienzentrums Wittekindshof Grabkowsky-Straße, die einen großen Dank an die benachbarte Lindenschule richtete, in der die Feierlichkeit stattfand. Langfristig soll eine Kooperation mit der inklusiven Gemeinschaftsgrundschule eingegangen werden. "Wir wollen den Übergang von der Kita in die Schule für Kinder und Eltern fließender gestalten. Der Wechsel von der Kita in die Schule ist sowohl für Kinder als auch für Eltern ein wichtiger Entwicklungsschritt mit vielen Veränderungen. Wir wollen mit dem Modellprojekt, das zusätzlich Kinder mit Behinderung und Lernschwierigkeiten in den Blick nimmt, Sicherheiten und Strukturen schaffen, damit es in dieser Phase nicht zu Brüchen oder Überforderung kommt", erklärte Sabine Niermann-Probst, die als Fachbereichsleitung Frühe Biographie im Wittekindshof tätig ist. Für das Modellprojekt wurde ein Förderantrag bei der Aktion Mensch gestellt. Niermann-Probst betonte, dass die Kindertageseinrichtung auf der Grundlage eines inklusiven Konzeptes arbeitet und jedes Kind, egal, welcher Konfession, willkommen ist, individuell gefördert und begleitet wird.

"In der Mitte von Gronau angekommen"

"Mit dem Wittekindshof haben wir den perfekten Träger für die neue Kita gefunden. Sie sind in der Mitte von Gronau angekommen. Schicken Sie die Kinder nun auf eine Entdeckungsreise", sagte Rainer Doetkotte, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Gronau, in seinen Grußworten. Reiner Breder, der als Ressortleiter für die Angebote des Wittekindshofs im Kreis Borken zuständig ist, brachte dafür die passenden Geschenke mit: einen Bollerwagen für Ausflüge und einige Bilderbücher.

Im Anschluss an den offiziellen Teil, hatten die Gäste die Möglichkeit, das Familienzentrum Wittekindshof-Grabkowsky-Straße zu besichtigen und einen Blick in die Hase-, Igel- und Fuchsgruppe sowie die weiteren Räume zu werfen.