Rund 250 Menschen mit und ohne Behinderung aus dem Wittekindshof haben den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund besucht. Die Mehrheit waren Mitwirkende.
Das Inklusionsunternehmen und die Wittekindshofer Werkstätten Gronau haben für den Abend der Begegnung gekocht, die Gruppe Samba SoLe hat lautstark und mit großer Begeisterung das Forum Diakonie in den Westfalenhallen eröffnet, auf der später auch Theater aus dem Wittekindshof Gronau und ein Interview mit Sprachcomputer von Alexa Jürgens aus Bad Oeynhausen mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford Strohm zu erleben war.
Erstmals im offiziellen Kirchentagsprogramm
Erstmals war der Wittekindshof im offiziellen Kirchentagsprogramm vertreten: mit einer Bibelarbeit, einem Workshop in Leichter Sprache zum Umgang mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und dem inklusiven Feierabendmahl, bei dem Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke die Predigt in Leichter Sprache gehalten hat.
Praxistest für Vertrauen
Treffpunkt für alle war bereits zum vierten Mal bei einem Kirchentag Pause inklusiv. Der Gemeinschaftsstand wurde angeboten von der Diakonie Himmelsthür (Niedersachsen), der Evangelischen Stiftung Alsterdorf (Hamburg), der Evangelischen Perthes-Stiftung (Münster), der Johannes-Diakonie Mosbach (Baden) und dem Wittekindshof. Passend zum Kirchentagsmotto "Was für ein Vertrauen", hatten die Organisatoren auf die Registrierkasse für Kaffee, Schorle, Tee und Snacks verzichtet und Sammeldosen vorbereitet. "Der Praxistest hat funktioniert. Beim Kirchentag wurde nicht nur über Vertrauen geredet, sondern Vertrauen gelebt. Die Einnahmen waren höher als in den Vorjahren", freut sich Frank Hüsemann aus der Diakonie Himmelsthür. Für Anke Marholdt, war die Kasse des Vertrauens ein gelungenes Experiment, was vor allem gute Chance zur Teilhabe eröffnet habe: Auch Menschen, die Geld nicht nachzählen können, waren mit Bauchläden und selbstgebackenen Keksen unterwegs.
Promiente bei Pause inklusiv
Mitwirkungsmöglichkeiten bot Pause inklusiv aber auch bei den Kurzandachten, bei denen Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich den Segen für alle gesprochen haben. Außerdem haben viele Gäste die Vertrauenstexte der Bad Oeynhausener Wortkünstler und der Mindener Altstadtdichter gelesen. Zu ihnen gehörte auch Svenja Schulze, die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, die mit der Wortkünstlerin Katharina Hahne zum Abschied Selfies gemacht hat. Michael Belitz aus Löhne hat unter anderen die Vizepräsidentin des NRW-Landtages Carina Gödecke, Pfarrer Heine Göttelmann von der Diakonie Rheinland-Westfalen Lippe und den Präsidenten der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, sowie Christian Fritsch interviewt, der im NRW-Ministerium für Arbeit. Gesundheit und Soziales für ehemalige Heimkinder und die Stiftung Anerkennung und Hilfe zuständig ist.
Präsident des Kirchentags bei Pause inklusiv
"Als besondere Ehre", bewertet es Marholdt, dass der amtierende Kirchentags-Präsident und ehemalige Investigativ-Journalist Pause inklusiv besucht hat. Hans Leyendecker fragte Gäste nach der Stimmung in Dortmund, die durchweg positiv bewertet wurde, aber hatte auch ein offenes Ohr für diejenigen, die das Gemeinschaftsquartier in der LWL-Förderschule in Aplerbeck gelobt haben. "Die Schule hat bessere Bedingungen für Menschen mit Behinderung geboten, als wir in Hotels finden konnten. Außergewöhnlich war das Engagement der Evangelischen Jugend Hagen, die das Quartier organisiert und ein Abendprogramm mit Livemusik angeboten hat. Da wurde Inklusion bei bester Stimmung bis tief in die Nacht gelebt", lobte Marholdt.
Weitere Berichte und Bilder vom Kirchentag lesen Sie in der Meldung vom 23. Juni 2019 und vom 26. Juni 2019.