Kommunikation ohne Worte am Lebensende

Bad Oeynhausen/ Kreise Minden-Lübbecke und Herford (AM). "Am Lebensende reichen Worte oft nicht aus, für das, was zu sagen ist", erklärt Diakon Michael Lilienkamp, der Koordinator des ambulanten <link internal-link>Hospiz- und Palliativberatungsdienstes der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. Ihm ist es deswegen wichtig, mit den ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Hospizdienstes immer wieder über Alternativen für Worte nachzudenken. "Einfach nur Dasein und Schweigen auszuhalten kann genauso passend sein, wie ein Spaziergang oder noch einmal eine Partie Mensch-ärgere-dich-nicht zu ermöglichen. Oft geht es aber darum, Einsamkeit zu vermeiden und Nähe spürbar werden zu lassen", berichtet der Diakon, dem es wichtig ist, den Ehrenamtlichen den Rücken zu stärken, als Ansprechpartner da zu sein, wenn es Redebedarf gibt, und regelmäßig Anregungen zu geben, wie die letzte Lebensphase zu einem wertvollen Teil des Lebens werden kann.

Begleitung und Unterstützung für Ehrenamtliche

"Wenn sich die Ehrenamtlichen des Hospizdienstes regelmäßig treffen, geht es um Reflexion der zurückliegenden Begleitungen, aber auch darum, Neues kennenzulernen und selbst Erfahrungen zu sammeln, die gut tun", betont Lilienkamp und verweist dabei auch auf eine Shiatsu-Einführung, bei der Mitglieder des Wittekindshofer Hospizdienstes Grundlagen der japanischen Massageform kennengelernt haben. "Wir laden Experten zu Vorträgen, aber auch zu ganz praktischen Seminaren ein, um selbst ein Gespür dafür zu bekommen, dass Berührungen Kommunikation ohne Worte sein können, wenn man sich darauf konzentriert und nicht nur im Vorbeigehen einen Kopf streichelt oder eine Hand hält, aber in Gedanken ganz woanders ist", sagt Lilienkamp, der weitere Ehrenamtliche für den Wittekindshofer Hospizdienst sucht, der schwerpunktmäßig Menschen mit Behinderung am Lebensende begleitet.

Befähigungs- und Ermutigungskurs

Im Herbst startet ein neuer Befähigungs- und Ermutigungskurs zum Ehrenamt in der Hospizarbeit, der nach den Qualitätsvorgaben des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes durchgeführt wird. "Wer sich als Ehrenamtlicher in der Hospizarbeit engagieren möchte, muss keine Fachausbildung mitbringen, aber die Bereitschaft, sich mit den Themen Sterben, Tod, Trauer und Verlust auseinander zu setzen und eigene Erfahrungen einzubringen und zu reflektieren. Wir suche Ehrenamtliche, die zusammen mit anderen eine eigene hospizliche Haltung entwickeln wollen, die in achtsame und respektvolle  Begegnungen mit Menschen am Lebensende und ihren Angehörigen mündet", erklärt Lilienkamp, der in der Hospizarbeit mit jungen Erwachsenen ebenso wie mit Rentnerinnen und Rentnern arbeitet.

Für weitere Informationen und ein Vorgespräch steht Michael Lilienkamp zur Verfügung unter Telefonnummer: (05734) 61-14 17 oder <link>hospizdienst@wittekindshof.de . Anmeldungen für den neuen Kurs für Ehrenamtliche in der Hospizarbeit sind bis 15. September möglich.