Liebeskummer und ansteckende Fröhlichkeit in der ambulanten Pflege

Bad Oeynhausen/ Minden (AM). Alexandra Bahe-Kroos aus Minden feiert in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof ihr 25-jähriges Dienstjubiläum. Sie hat die Ausbildung als Krankenschwester an der damaligen Wittekindshofer Krankenpflegschule absolviert und zunächst in verschiedenen Wohnhäusern für Frauen und Männer mit geistiger Behinderung und hohem Pflegebedarf gearbeitet. Da ihr schon in der Ausbildung die ambulante Pflege besonders gut gefallen hat, hat sie 2011 das Angebot angenommen, in den Ambulanten Pflegedienst Wittekindshof zu wechseln.

Heute ist sie als stellvertretende Pflegedienstleitung tätig. Im Büro kümmert sie sich um Verordnungen der Patienten und macht die Tourenplanung für das Team, das in Minden, Bad Oeynhausen, Löhne und Lübbecke Menschen mit und ohne Behinderung Zuhause, aber auch in der Schule oder am Arbeitsplatz pflegt und beispielsweise bei der Zubereitung des Frühstücks unterstützt. Die Jubilarin schätzt die große Abwechslung in ihrem Beruf und die direkte Zusammenarbeit mit Menschen mit und ohne Behinderung. Trotz Büroarbeit ist sie auch weiterhin direkt in der Pflege tätig.

Einerseits leistet sie Grund- und Behandlungspflege nach ärztlicher Verordnung bei Senioren, aber auch bei vielen jüngere Menschen: "Egal, ob es um Medikamentengabe, Verbandwechsel oder Duschen geht: Jede Tätigkeit ist auch Beziehungsarbeit. Wir reden miteinander über Fußballergebnisse, Liebeskummer, Krankheiten und Patientenverfügungen", berichtet die Jubilarin, die über die Jahre immer wieder die gleiche Erfahrung sammelt: "Ratschläge will kaum einer hören. Viel besser ist es, miteinander ins Gespräch zu kommen. Wer selbst auf die Idee kommt, etwas zu ändern, setzt mehr um als die Menschen, denen ich nur Ratschläge gebe."

Alexandra Bahe-Kross freut sich im Arbeitsalltag besonders über die Unvoreingenommenheit vieler Patienten mit Behinderung: "Sie haben eine positive Sicht auf das Leben und stecken mich an mit ihrer Fröhlichkeit."