Eine Pony-Parade, eine Kettcar-Show und Kunststücke mit Hunden haben die Jungen und Mädchen aus dem Wittekindshofer Haus am Dustholz in Bünde vorgeführt. Sie haben eine abwechslungsreiche Projektwoche auf dem integrativen Erlebnisbauernhof Steckenpferd in Bünde erlebt.
Kinder arbeiten eine Woche lang mit Tieren
Manege frei, hieß es am Wochenende. Die etwa 20 Kinder und Jugendlichen wollten zeigen, was sie in der Woche auf dem Hof Steckenpferd einstudiert hatten. Die Ponys und Hunde, die die Kinder die Woche über kennengelernt und versorgt hatten, waren für ihren Auftritt mit bunten Schleifen und lustigen Hüten ausgestattet. Und dann ging es los. Zunächst zeigten die Mädchen und Jungen, wie man das große Schwungtuch durch die Luft wirbelt.
Kettcars düsen unter Tuch her
Als es oben in der Luft stand, düsten Florian Schürmeier und Jonathan Thelen auf ihren Kettcars darunter her. Auch zwei Ponys rannten mit den Kindern um die Wette unter dem Tuch her - schließlich mussten alle wieder im Freien sein, wenn sich das Tuch senkte. Den Kindern hat die Arbeit mit den Tieren sichtlich viel Spaß gemacht. Insbesondere mit den Hunden. Rolle, Sitz, Platz und Suchspiele meisterten die Mensch-Tier-Duos hervorragend. Die Vierbeiner bleiben ruhig, wenn es mal lauter und wilder zu geht. "Die Arbeit mit den Tieren und die gefestigte soziale Gemeinschaft soll den Kindern helfen, sich neu zu integrieren, sie in ihren Fähigkeiten stärken und zu neuen oder wiederentdeckten motorischen Leistungen anregen", erklärte Hofbetreiberin Sandra Kreft.
Reitkinder helfen freiwillig mit
Immer an der Seite der Jungen und Mädchen mit Behinderung: freiwillige Helfer vom Erlebnisbauernhof Steckenpferd. "Die meisten von uns sind seit drei Jahren bei der Projektwoche dabei", erklärte Nele Marie Modesta, die sonst auf dem Hof reitet und bei der Verpflegung der Schweine, Hunde, Gänse und Hühnern hilft. So wie auch die anderen Mädchen. "Anfangs hatten wir alle eine kleine Hemmschwelle. Wir mussten lernen, wie wir zum Beispiel die Kinder in Rollstühlen integrieren können, was sie machen können und wollen. Mittlerweile ist das nicht mehr so. Wir freuen uns immer auf die Gruppe aus dem Haus am Dustholz", sagte die junge Frau.
Jetzt gibt es ein großes Hallo
"Mittlerweile gibt es immer ein großes Hallo, wenn wir kommen. Die Helfer lassen sich immer toll auf uns ein", bestätigte auch die Wittekindshofer Bereichsleiterin Beatrice Fromke. Zu Beginn der Projektwoche beantwortet sie Fragen der freiwilligen Helfer, um Berührungsängste abzubauen. "Meistens wollen sie wissen, warum die Jungen und Mädchen nicht bei ihren Eltern wohnen oder warum einige nicht reden. Wir klären sie dann auf und damit hat sich meist alles erledigt."
Gemeinschaft genießen
Nach der großen Zirkusshow tobten die Kinder über den Hof, brachten die Ponys auf die Wiese, düsten mit dem Kettcar über den Hof, machten Seifenblasen oder backten Stockbrot über dem Feuer. Die Gemeinschaft sollte nach der tollen Projektwoche noch einmal in vollen Zügen genossen werden. Beatrice Fromke freut sich, dass die Zirkuswoche auch in diesen Ferien wieder stattfinden konnte. Dies wurde ermöglicht durch eine Spende der Sparkasse Herford in Höhe von 1600 Euro.