"Menschen mit Behinderung, brauchen keine andere Medizin, aber eine spezielle Art der medizinische Versorgung", erklärte Dr. Christina Heinrich bei der Angehörigenversammlung der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen. Die Leiterin der Medizinischen Dienste führte aus, dass Krankheitsbilder sich anders äußerten, weil sie durch behinderungsbedingte Prozesse überlagert würden und vor allem die Diagnose und Behandlung deutlich zeitintensiver sei: "Menschen mit schwerer Behinderung können sich oft nicht differenziert oder gar nicht mit Worten äußern über Schmerzen und Beschwerden. Deswegen ist es wichtig, dass das Umfeld einbezogen wird", betont die Diplom Psychologin.
Therapeutische Praxen für Menschen mit und ohne Behinderung
Geschäftsbereichsleiterin Malu Fels informierte über die Therapeutischen Praxen des Wittekindshofes, die seit Jahren inklusiv arbeiten und Menschen mit und ohne Behinderung behandeln. "Die Therapeuten verfügen über eine Vielzahl von Spezialqualifikationen, um Menschen in jedem Lebensalter bei Akuterkrankungen oder nach Unfällen genauso gerecht zu werden wie Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderung. Oft ist eine erfolgreiche Therapie ebenso wie gute Hilfsmittelversorgung Voraussetzung für gelingende Teilhabe", erklärte Fels.
Lücken in der Krankenhausversorgung
Großen Raum bei der Angehörigenversammlung nahm das Thema Krankenhausversorgung ein. Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Mühlenkreiskliniken, Dr. Kristin Drechsler, informierte über die Krankenhausfinanzierung. "Es gibt Haupt- und Nebendiagnosen, aber die besonderen Bedarfe von Menschen mit Behinderung oder schwerer Demenzerkrankung werden damit nicht erfasst. In der Krankenhausfinanzierung ist die Betreuung von Menschen mit Behinderung oder Demenz nicht angemessen berücksichtigt", erklärte die Diplom Kauffrau und Medizinerin.
Weitere Informationen enthält die Pressemitteilung: "Besonderer Bedarf bei Krankenhausfinanzierung nicht im Blick" .