Bad Oeynhausen (JP). "Wir müssen die Gesundheitsförderung an die Einsatzorte der Mitarbeitenden bringen", sagt Diakonin Dr. Lieseltraud Lange-Riechmann. Die Koordinatorin für Betriebliches Gesundheitsmanagement in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof hat deshalb schon vor einigen Jahren durch Spenden ein erstes Gerät zur Physikalischen Gefäßtherapie der Firma Bemer anschaffen können. Doch die Nachfrage, das Gerät auszuleihen, ist groß. Abhilfe hat nun die Stiftung der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford geschafft. Sie hat den Kauf eines weiteren Geräts mit 3000 Euro wesentlich unterstützt.
BGM-Angebote an Alltag anpassen
"Wir wollen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) nicht einfach eine Maßnahme an die andere reihen. Wir hören, was die Mitarbeitenden bewegt. Häufig sind das die Themen Stress und Resilienz. Daran wollen wir uns orientieren und keine weiteren Angebote schaffen, die als zusätzliche Belastung wahrgenommen werden. Maßnahmen werden vor Ort eng an den Alltag angelehnt. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass dann noch mehr Mitarbeitende das Angebot annehmen", sagt die Wittekindshofer Ressortleiterin Elke Ruthenkolk, zuständig für Personal und Bildung.
Das neue Bemer-Gerät, das beim Ambulanten Pflegedienstes des Wittekindshofs zum Einsatz kommt, erfülle genau diesen Zweck: "Wir können entweder die große Matte auf die Bürostühle legen oder das Sitzkissen im Auto nutzen, denn unsere 30 Mitarbeitenden sitzen viel im Auto, um zwischen den Einsatzorten zu pendeln. Wir betreuen mit dem Ambulanten Pflegedienst (APD) Menschen jeden Alters in Bad Oeynhausen, Löhne, Vlotho, Minden und Lübbecke. Unterstützung geschieht nicht nur im direkten häuslichen Umfeld, sondern auch am Arbeitsplatz, in der Schule und an allen weiteren Orten, an denen Bedarf besteht", erklärt Pflegedienstleiterin Birgit Grothe.
Mehr Leistung durch Prävention
Zweimal in der Woche acht Minuten angewandt, soll nach Angaben des Herstellers eine effektive Verbesserung der Mikrozirkulation, der Durchblutung der kleinsten Blutgefäße also, mit sich bringen. Dies wirke sich positiv auf Gesundheit, Immunabwehr sowie auf das gesamte Wohlbefinden aus. "Die Wirksamkeit der physikalischen Gefäßtherapie ist wissenschaftlich belegt. Sie wird auch von Ärzten und Heilpraktikern angeboten, wo sie aber immer meist teuer privat bezahlt werden müssen. Kollegen und Kolleginnen können die positiven Auswirkungen nur bestätigen", berichtet Lange-Riechmann, die die BGM-Angebote der Stiftung stets evaluiert und statistisch auswertet. "30 Prozent mehr Leistung der Blutgefäße, bedeuten 30 Prozent mehr Leistung von Kopf bis Fuß. Das ist Prävention. Im Betrieblichen Gesundheitsmanagement wollen die Mitarbeitenden stärken, damit sie mit den ständigen Veränderungen am Arbeitsplatz besser umgehen zu können, die sich durch neue Strukturen und gesetzliche Vorgaben, aber auch aus dem Alltag ergeben", sagt die BGM-Koordinatorin.
Mitarbeitende entwickeln neue BGM-Maßnahmen
Sie stellte den beiden Vertretern der Volksbank, Marketing-Bereichsleiter Andreas Kelch und Retail-Banking-Direktor Thorsten Holwas, das BGM-Konzept des Wittekindshofs vor. Rückmeldungen und Wünsche der Mitarbeiterschaft werden besonders berücksichtig. Mitarbeitende arbeiten in kleinen, lokalen Arbeitsgruppen an der Weiterentwicklung mit. "Wenn eine Idee aus den Gesundheitsarbeitsgruppen umgesetzt wird, haben wir einen doppelten Gewinn: ein neues BGM-Angebot und das Erfolgserlebnis für die Kolleginnen und Kollegen", sagt Lange-Riechmann.
"Auch wir arbeiten am Ausbau unserer Betrieblichen Gesundheitsmanagements für unsere 350 Mitarbeitenden. Daher unterstützen wir die Anschaffung des Bemer-Geräts sehr gern", sagte Thorsten Holwas. "Ich finde das Engagement und die Leidenschaft der Mitarbeitenden des Wittekindshofes immer wieder toll. Wir sind uns als Volksbank-Stiftung unserer Verantwortung bewusst, ganz im Sinne der Genossenschaftsbank, alle Menschen zu unterstützen", fügte Andreas Kelch hinzu. Probesitzen auf dem Gerät zur physikalischen Gefäßtherapie war für die Volksbank-Vertreter selbstverständlich: "Man merkt gar nichts", sagte Holwas erstaunt. "Das kann man in Besprechungen nutzen, alle acht Minuten rotieren, damit alle etwas davon haben. Und wenn es dann noch so wirksam ist: Eine sehr gute Anschaffung."