Menschen mit Behinderung für Design-Workshop gesucht

Herford/ Bad Oeynhausen (AM). Ein Design-Projekt zum Thema Grenzen und Gewalt führt die Diakonische Stiftung Wittekindshof in Zusammenarbeit mit der <link http: www.jva-herford.nrw.de external-link-new-window>Justizvollzugsanstalt (JVA) Herford und dem <link https: marta-herford.de external-link-new-window>Marta Herford, Museum für Kunst, Architektur und Design, durch. In vier Workshops setzen sich jeweils zehn bis 15 Frauen und Männer mit Behinderung mit dem Thema Grenzen und Gewalt künstlerisch auseinander. Geleitet werden die Workshops von Matthias Megyeri und Ingrid Hora, zwei international bekannten Künstlern aus Stuttgart und Berlin, die an der Grenze zwischen Kunst und Design arbeiten. Hora und Megyeri kennen sich von ihrem Studium am Royal College of Art in London. Beiden ist ein konkreter Alltagsbezug bei ihrer Arbeit wichtig. Sie nutzen Materialien innovativ und wollen mit ihren Werken einen Beitrag zur Kommunikation leisten: "Wir wollen mit unseren Arbeiten die Betrachter zum Denken anregen, aber auch Menschen darin unterstützen, ihr psychologisches Wohlgefühl zu steigern", erklärt Ingrid Hora.

Workshops und Ausstellung im Marta Herford

Die beiden ersten Workshops haben bereits im letzten Jahr im Wittekindshofer Kunstatelier und in der JVA Herford stattgefunden. Gearbeitet wurde mit verschiedensten Materialien und Techniken angefangen bei bunten Trinkhalmen, über Bauklötze, Kaninchendraht und Knetmasse bis hin zu großformatigen Kalksandsteinen und Eisengittern. Im dritten Workshop sind noch einige Plätze frei für Menschen mit Behinderung aus dem Kreis Herford. Durch die umfangreiche finanzielle Förderung des Design-Projektes durch die Aktion Mensch ist die Teilnahme am Workshop kostenfrei. Er findet statt von Montag bis Freitag, 8. bis 12. Oktober, jeweils von 9 bis 15 Uhr im Denkwerk Herford (Leopoldstraße 2-8). Die Räume sind barrierefreie erreichbar. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Der vierte und letzte Workshop ist in der Woche vom 5. bis 9. November im Marta Herford geplant. Auch dazu sind bereits Anmeldungen möglich. Zum Abschluss des Design-Projektes findet von Dienstag, 11. Dezember, bis Mittwoch, 16. Januar, eine Ausstellung im Marta-Forum statt. Gezeigt werden Ergebnisse und Dokumentationen aus den vier Workshops.

Projketbezüge: Marta Ausstellung und Wittekindshofer Geschichte

"Was genau im Workshop entstehen wird, ist offen. Die beiden Designer werden wieder eigene Impulse einbringen, aber vor allem auch Ideen und Erfahrungen der Teilnehmer aufgreifen", erklärt Falk Prüßner, der als stellvertretender Geschäftsbereichsleiter in den Wittekindshofer Werkstätten das Design-Projekt begleitet. Gearbeitet wird im Denkwerk mit alten Schlüsseln und ausgedienten Segufixgurten, die in der Pflege, Psychiatrie und Behindertenhilfe genutzt werden, um Menschen zu lagern und zu fixieren und sie so beispielsweise vor Stürzen und Verletzungen zu schützen. "Schlüssel und Segufixgurte vermeiden und schaffen Gewalt, setzen Grenzen, aber können auch Freiheit ermöglichen. Im Design-Projekt werden diese Alltagsgegenstände zum Ausgangspunkt für eine kreativ-künstlerische Auseinandersetzung mit Grenzen und Gewalt egal, ob man damit in den täglichen Nachrichten konfrontiert wird oder eigene Erfahrungen im Leben sammeln musste", erklärt Falk Prüßner. Das Design-Projekt knüpft an die Ausstellung "Brutal schön - Gewalt und Gegenwartsdesign" an, die das Marta Herford Anfang 2016 gezeigt hat. Matthias Megyeri hatte die Szenografie, das Konzept für das Ausstellungsdesign, entwickelt, mit dem die einzelnen Exponate präsentiert wurden. Dazu gehörten unter anderem Objekte aus der Wittekindshofer Geschichte als Beispiele für institutionelle Gewalt. Die JVA Herford hat die Wandbeschriftung und einen Zaun für die Ausstellung nach Vorgaben des Künstlers erstellt. Das zweijährige Design-Projekt trägt den offizielle Titel: "Design-Projekt: Als wären wir zum Spaß hier - Grenzen und Gewalt". Es ist eine Anspielung auf die wissenschaftliche Aufarbeitung der Wittekindshofer Geschichte, die unter dem Titel "Als wären wir zur Strafe hier. Gewalt gegen Menschen mit geistiger Behinderung in den 1950er und 1960er Jahren" erschienen ist.

Ansprechpartner und Anmeldung

Ansprechpartner für weitere Informationen und Anmeldungen zu den beiden Workshops: Falk Prüßner, Wittekindshofer Werkstätten, Telefon: (05734) 61-41 11 oder <link>falk.pruessner@wittekindshof.de

Alte Schlüssel und ausgediente Segufixgurte gesucht
Für den dritten Workshop des Design-Projektes "Grenzen und Gewalt" werden noch alte Schlüssel und ausgediente Segufixgurte gesucht. Sie können abgegeben werden in der Wittekindshofer Manufructur, dem neuen Laden der Wittekindshofer Werkstätten, der selbstgemachte Chutneys, Fruchtaufstriche, Essig und Öl und viele andere selbsterzeugte Lebensmittel verkauft und eine Mosterei betreibt. Schlüssel und Segufixgurte können in der Manufructur (Bäckereistraße 3, in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen), am Montag bis Donnerstag jeweils von 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr und freitags von 8.30 Uhr bis 14.30 Uhr abgegeben werden.