„Uns als Team war es wichtig, dass wir Charly trotz seiner Erkrankung etwas Besonderes ermöglichen und sich selbst mit seinem Ersparten etwas Gutes tut. Charly hat immer einen Spruch auf Lager, ist ein offener und kommunikativer sowie sympathischer Mensch“, sagt der Wittekindshofer Mitarbeitende Mark Kröger. „Er hat es verdient, so wie jeder Mensch, noch Erlebnisse zu sammeln. Man spürt im Gespräch mit ihm, dass er aus dieser Reise Kraft gezogen hat, auch wenn er sich nicht mehr aktiv an alles erinnern kann.“
Fast ein halbes Jahr dauerten die Vorbereitungen für das Abenteuer. Ein Reisepass musste beantragt, Arzttermine wahrgenommen und Impfungen geklärt werden. Da es zur Winterzeit keine sommerliche Kleidung in den Geschäften gab, wurde online bestellt. Die rechtliche Betreuung wurde eng mit eingebunden, Medikamente mussten über den Pflegedienst organisiert werden.
Von Epe nach Kenia
Mark Kröger erstellte eine detaillierte Liste für den Koffer, damit alles wieder mit nach Hause kommt und durch eine Checkliste wusste der Reisebegleitung vor Ort, wobei Charly Husemann Unterstützung benötigt. „Die Vorbereitung war sehr zeitintensiv, so dass wir, auch mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Fachleistungsstunden, sehr flexibel gearbeitet haben. Natürlich ist das kein Alltagsgeschäft und unsere Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung sieht nicht immer so aus. Aber es ist vieles möglich, die Arbeit ist immer abwechslungsreich. Mir persönlich ist es wichtig, die Potenziale in Menschen zu erkennen und dann bringe ich mich gerne intensiv ein“, sagt Mark Kröger.
Die Reise führte von Epe über Mönchengladbach, wo Charly Husemann die anderen vier Reisenden und zwei Betreuer*innen kennenlernte, weiter nach Frankfurt und schließlich mit einem zwölfstündigen Flug nach Kenia. Organisiert und begleitet wurde das Abenteuer von der „Fair-Reisen und Mehr GmbH“ aus Mönchengladbach, einem spezialisierten Reiseveranstalter für Menschen mit Beeinträchtigung.
Auf die Bitte von Mark Kröger dokumentierte das Team vor Ort die Reise mit unzähligen Fotos, damit Charly Husemann bleibende Erinnerungen hat. Daraus ergibt sich das nächste Projekt von Husemann und Kröger: Gemeinsam erstellen sie aus den vielen Fotos ein Fotobuch, um die Erinnerungen an die Kenia-Reise lebendig zu halten. Erinnerungsarbeit, die bei Menschen mit Demenz besonders wertvoll ist.