Bildung

Mut zum Aufbruch in unsicheren ZeitenDiakonische Brüder- und Schwesternschaft Wittekindshof segnet neue Diakone und Diakonin ein

Brüderlichkeit in einer Welt voller Brüche stellte Pfarrer Marian Zachow ins Zentrum seiner Predigt beim Festgottesdienst der Diakonischen Brüder- und Schwesternschaft Wittekindshof. In der Erlöserkirche auf dem Gründungsgelände wurden Niklas Bulthaup, Maren Herbst und Bjarne Langer feierlich in ihren diakonischen Dienst eingesegnet. Gleichzeitig ehrte die Gemeinschaft langjährige Diakone, Diakoninnen und Diakonische Mitarbeitende für ihre 25-, 40- und 50-jährige Zugehörigkeit.

Die Brüder- und Schwesternschaft wurde gegründet, damit nie wieder ‚die Braunen‘ die Herrschaft übernehmen

Marian Zachow

„Die Gründerväter der heutigen Brüder- und Schwesternschaft hatten, als alles in Trümmern lag, den Mut, loszugehen. Sie haben erheblich dazu beigetragen, dass nach dem Krieg eine Gesellschaft entstehen konnte, in der Inklusion möglich ist“, betonte Marian Zachow in seiner Predigt. Er erinnerte an die Entstehung der Gemeinschaft, die 1949 ins Leben gerufen wurde: „Die Brüder- und Schwesternschaft wurde gegründet, damit nie wieder ‚die Braunen‘ die Herrschaft übernehmen. Der Mut, loszugehen, war der Impuls. Die Gründerväter waren mit ihren Gedanken der damaligen Zeit weit voraus.“

Die Einsegnung selbst nahm Diakon Frank Fischer vom Landeskirchenamt vor. „Die tägliche Nächstenliebe ist allen Getauften aufgetragen“, erklärte Fischer während der Zeremonie. Der diakonische Auftrag der Eingesegneten sei es, „sich Menschen anzunehmen und ihnen zu einem erfüllten Leben zu verhelfen“. Für die neu eingesegneten Diakone und die Diakonin ist der Festgottesdienst Höhepunkt ihrer Ausbildung und zugleich Beginn eines neuen Kapitels in ihrer diakonischen Laufbahn. Sie werden nun Teil einer Gemeinschaft, die sich seit über 75 Jahren für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung einsetzt und diakonische Werte in verschiedenen Arbeitsfeldern lebt.

„Ich ermutige Sie, im Geiste unserer Brüder loszugehen, auch wenn wir dabei an unsere Grenzen stoßen. Letztlich ist es Gott, der Frieden schafft und Brüderlichkeit wirken lässt“, gab Marian Zachow den Eingesegneten und Anwesenden mit auf den Weg. Seine Worte unterstrichen die besondere Verantwortung, die die neuen Diakone und die Diakonin übernehmen, gerade in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen.

Besonders bewegend war die Ehrung der langjährigen Mitglieder, die teilweise seit einem halben Jahrhundert der Brüder- und Schwesternschaft angehören. „Sie haben die diakonische Arbeit über Jahrzehnte hinweg geprägt und mit Leben gefüllt“, würdigte Marian Zachow die Jubilare.