"Nachtdienst ist mein Ding"

Bad Oeynhausen/Kirchlengern (JP). Helga Kinast aus Kirchlengern hat ihr 25-jähirges Dienstjubiläum in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof gefeiert. Die Jubilarin absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Näherin und war zehn Jahre in diesem Beruf tätig, bevor sie beim Wittekindshof anfing. Seit jeher arbeitet sie im Haus Bethanien auf dem Wittekindshofer Gründungsgelände in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen.

Sie sei zunächst unsicher gewesen, ob die Arbeit mit Menschen mit Behinderung wirklich etwas für sie sei. Nach einem Bewerbungsgespräch hospitierte sie einen Tag im Haus Bethanien. Aber auch danach war sie sich nicht sicher, ob sie bleiben soll. "Doch ich habe tolle Kollegen kennengelernt und es gewagt. Hätte ich zehn Jahre eher gewusst, wie viel Freude mir die Arbeit macht, hätte ich sofort einen Pflegeberuf erlernt", sagt Kinast. Nach ihrer Hospitation erhielt sie einen Arbeitsvertrag, absolvierte die kleine Krankenpflegeausbildung sowie den Basiskurs Kirche und Diakonie und ließ sich zur diakonischen Mitarbeitenden einsegnen.

Dass Helga Kinast in den Nachtdienst geht, war nicht geplant. Doch Kollegen waren ausgefallen und sie erklärte sich bereit, auszuhelfen. "Und dann bin ich im Nachtdienst geblieben. Das ist mein Ding." Früher hat Kinast in der Nacht etwa 80 Frauen und Männer mit hohem Unterstützungs- und Pflegebedarf begleitet. Heute sind es 30 bis 35 Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderung, die sie unterstützt. "Ich schätzt die Bindung, die wir zu den Menschen aufbauen. Die Beziehungen hinterlassen tiefe Eindrücke", sagt Helga Kinast, die in ihrer Freizeit gerne schwimmt und Rad fährt.