Ahaus (JP). Knapp eineinhalb Jahre nach Baubeginn haben die ersten Frauen und Männer mit Behinderung das neue Wohnhaus der Diakonischen Stiftung Wittekindshof an der Arnoldstraße bezogen. Nach einer mehrjährigen Planungsphase waren Anfang März 2018 die ersten Baumaschinen auf dem ehemaligen Grundstück des Hallenbades angerückt. Nun werden die Umzugskartons ausgepackt.
Entstanden ist ein zweigeschossiges Gebäude nach den Plänen des Architekturbüros Tenhündfeld, das sich ortstypisch mit roten Klinker, braunen Holzfenstern und rotem Satteldach in die umliegende Bebauung integriert. Zusätzlich gibt es ein Nebengebäude für Tagesstrukturierende Angebote (siehe <link record:dce_presse:tt_content:7509 internal-link>Pressemitteilung "Zweiten Lebensraum eröffnen"), das zusammen mit dem Wohnhaus einen Innenhof bildet und ebenso wie die beide Neubauten viel Bewegungsfreiheit für Menschen mit Rollstühlen und Rollatoren bietet.
Verselbstständigung ermöglichen
"Menschen mit hohem pflegerischem und heilpädagogischem Unterstützungsbedarf sind ebenso in den Neubau eingezogen, wie Frauen und Männer, die ihre Selbstständigkeit weiter trainieren möchten, um später in eine eigene Wohnung umzuziehen", erklärt Bereichsleiterin Anna Berchem, die kurz nach den ersten Einzügen eine viel gefragte Frau ist. Noch hat nicht alles seinen festen Platz, manch technisches Problem ist noch zu lösen. "Hier muss sich erst einmal alles einspielen. Die Leute müssen sich untereinander kennenlernen und Beziehungen zu den Mitarbeitenden aufbauen. Aber das klappt schon sehr gut", zeigt sich die Bereichsleitung zufrieden.
Einzelzimmer und große Gemeinschaftsräume
Für 24 Frauen und Männer gibt es ein Einzelzimmer mit eigenem Bad, sie leben aufgeteilt in vier Wohngruppen zu je sechs Personen. Neben den Einzelzimmern besitzen die Wohngruppen jeweils ein Wohn-Esszimmer, eine Küche sowie eine Terrasse oder eigenem Balkon. Alle Fenster sind fast bodentief eingelassen, so dass auch Menschen hinausblicken können, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind. Ein besonderes Highlight ist das große Panorama-Zimmer im ersten Stock, das Richtung Wessumer Straße ausgerichtet ist. "Der Raum dient als zusätzlicher Gemeinschaftsraum für besondere Aktionen wie Kino-Abende, kreative Angebote oder auch gemeinsame Nachmittage bei Kaffee und Kuchen mit benachbarten Einrichtungen", berichtet Berchem von zukünftigen Plänen.
Zentrale Lage mit kurzen Wegen
Die Lage des circa 3.800 Quadratmeter großen Wohnhauses soll alle Möglichkeiten zur Teilhabe eröffnen. "Das Haus liegt zentral in der Innenstadt, so dass die Menschen, die hier leben, kurze Wege haben und ihren Alltag entsprechend vielfältig gestalten können", erklärt Diakon Jörg Frieske, der als Geschäftsbereichsleiter die Wittekindshofer Wohnangebote in Ahaus verantwortet. Die Mehrzahl der Bewohner ist aus Wittekindshofer Wohnhäusern in Gronau nach Ahaus umgezogen, weil sie dort ihre Wurzeln haben und ihre Familien in der Nähe wohnen. Aber es wurden auch Zimmer für Menschen reserviert, die bislang zum Beispiel zuhause gewohnt haben.