"Viele Kinder und Jugendliche haben in den 1950er bis 1970er Jahren Gewalt, unwürdige Behandlung bis hin zur Misshandlung erfahren - auch im Wittekindshof.", berichtet Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke, der mit vielen ehemaligen Heimkindern persönliche Gespräche geführt hat. "Vielen ehemaligen Heimkindern wurde erst die Kindheit gestohlen. Dann wurden sie zum Schweigen verurteilt und ihr Leid nicht anerkannt. Es ist ein Skandal, dass Frauen und Männer, die als junge Menschen in der Psychiatrie oder in Einrich-tungen der Behindertenhilfe gelebt haben, aus dem Heimkinderfonds ausgeschlossen wurden, den der Runde Tisch Heimerziehung 2012 errichtet hat", erklärt Starnitzke, der sich jahrelang über Fachverbände und im direkten Kontakt mit Politik und Verantwortlichen für eine Öff-nung des Heimkinderfonds eingesetzt hat.
Neu: "Stiftung: Anerkennung und Hilfe"
Nach zähem Ringen hat Anfang des Jahres die "Stiftung Anerkennung und Hilfe" ihre Arbeit aufgenommen. Ehemalige Heimkinder, die in der Psychiatrie und in Einrichtungen der Behindertenhilfe Leid und Unrecht erlebt haben, erhalten 9.000 Euro pauschale Geldleistungen und bis zu 5.000 Euro Rentenersatzleistungen.
Wittekindshof informiert ehemalige Heimkinder
"Ehemalige Heimkinder, mit denen wir im engen Kontakt stehen, haben wir umgehend über die neue Stiftung informiert und zusätzlich in den Wittekindshofer Medien berichtet. Jetzt haben wir über 600 Briefe an Betreuer von Frauen und Männer verschickt, von denen wir wissen, dass sie zwischen 1949 und 1975 in Wittekindshofer Wohnhäusern gelebt haben und zu guten Teilen bis heute noch leben ", berichtet Starnitzke.
Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung: "Nach Leid und Gewalt endlich Anerkennung".