Im Kunstatelier des Wittekindshofes, das zu den Wittekindshofer Werkstätten in Bad Oeynhausen gehört, kann seit kurzer Zeit Ton gebrannt werden. Die Anschaffung eines speziellen Brennofens wurde durch eine Spende möglich. Der Tonbrennofen war ein lang gehegter Wunsch der Mitarbeitenden. Dazu konnten noch einige Materialien wie farbige Glasuren, eine Töpferscheibe und Regale zum Trocknen der Tonwerke erstanden werden.
Fördert Kreativität und Konzentrationsfähigkeit
An allen Tagen der Woche ist es nun möglich, unter fachlicher Anleitung im Kunstatelier Ton zu gestalten. Es entstehen kleine Skulpturen, Schalen und Tassen. Derzeit werden die Arbeiten von Pia Kramer begleitet, eine ausgebildete Bildhauerin und Bildende Künstlerin, die einen Schwerpunkt und sehr viel Erfahrung in der Gestaltung mit Ton hat. "Die Arbeit mit Ton fördert die Kreativität und die Konzentrationsfähigkeit. Es ist ein sehr ursprünglicher Prozess, den Ton zu bearbeiten, vorzubereiten und dann daraus ein Kunstwerk entstehen zu lassen", sagt die Künstlerin.
Erfolgserlebnisse, die gut tun
Die Motive können frei gewählt werden. Sie werden aus Vorlagen ausgewählt oder entstehen in der eigenen Fantasie. So hat sich ein junger Mann mit einer besonderen Begabung gewünscht, einen Puma zu formen. Da musste zuerst im Internet geschaut werden, ob es dafür eine passende Vorlage gibt. Jetzt entsteht unter seinen Händen nach und nach eine Ton-Katze. Das sind echte Erfolgserlebnisse, die den Menschen gut tun. Ist der Ton fertig bearbeitet, muss die Figur zwei bis drei Wochen trocknen. Dann wird sie bei etwa 1600 Grad im Tonbrennofen gebrannt. Danach kann das Kunstwerk glasiert und farbig gestaltet werden.
Ton kommt auch im Berufsbildungsbereich zum Einsatz
Ton kommt auch im Berufsbildungsbereich in den Wittekindshofer Werkstätten zum Einsatz: Hier können die Jugendlichen an unterschiedlichen künstlerischen Projekten im Rahmen der persönlichkeitsbildenden Angebote teilnehmen. Es werden interessante Eigenprodukte hergestellt, die verkauft werden können, und die Menschen mit Behinderung werden auf einer sehr basalen Ebene angesprochen. Bei der Beschäftigung von Menschen mit sehr schweren körperlichen und geistigen Behinderungen in den Werkstätten soll das Gestalten mit Ton ebenfalls verstärkt eingesetzt werden. Mit Gieß-Ton werden bereits Gartendekorationen hergestellt, die auch im Werkstattladen verkauft werden. In diesem Jahr wurde eine Kooperation mit der Hochschule für Architektur Detmold geschlossen. Neben Produkten aus Holz entstehen hier auch Tonschalen. All diese Ton-Produkte werden mit dem neuen Brennofen gebrannt.