Arbeit

Perspektivwechsel, der bewegtErfolgreicher Aktionstag „Schichtwechsel“ in Bad Oeynhausen und Gronau

Am bundesweiten Aktionstag „Schichtwechsel“ haben die Wittekindshofer Werkstätten in Bad Oeynhausen und Gronau gezeigt, wie wertvoll der Perspektivwechsel für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung sein kann. 

Ziel des Aktionstags ist es, Berührungsängste abzubauen, neue Chancen zu eröffnen und den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern. Insgesamt tauschten zahlreiche Beschäftigte der Werkstätten und Mitarbeitende regionaler Unternehmen für einen Tag ihre Arbeitsplätze und sammelten dabei wertvolle Erfahrungen.

Schichtwechsel in Bad Oeynhausen

In Bad Oeynhausen beteiligten sich sieben Werkstattbeschäftigte und sieben Mitarbeitende aus drei Unternehmen – Marktkauf, Jacob Söhne GmbH & Co. sowie END-Armaturen – am Arbeitsplatztausch. Die Teilnehmenden erlebten dabei einen bereichernden Perspektivwechsel: „Ich fand es total schön, mal eine andere Arbeit zu erleben. Die Mitarbeitenden des Marktkaufs waren sehr freundlich, und mir hat die Arbeit beim Salat zubereiten viel Spaß gemacht“, berichtet Marleen Dubbel, die für einen Tag vom Wäscheservice in den Marktkauf wechselte. 

Auch die Unternehmen profitieren von den neuen Impulsen: Manuel Lopez Alvarez von Jacob Söhne entdeckte sogar Verbesserungspotenzial für die eigenen Abläufe und nahm ergonomische Methoden aus der Werkstatt mit ins Unternehmen. Geschäftsbereichsleiter Ingo Horvath betont: „Der Perspektivwechsel für unsere Kolleginnen war sehr hilfreich, mal Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt kennenzulernen.“

Schichtwechsel in Gronau

Die Wittekindshofer Werkstätten in Gronau beteiligten sich zum zweiten Mal am Schichtwechsel und konnten drei lokale Unternehmen als Partner gewinnen: Evento-Mobil, Janus Logistics und das Fahrradgeschäft Falagro. Dennis Hart, Beschäftigter der Werkstätten, tauschte seinen Arbeitsplatz im Holzbereich mit den Geschäftsführern von Evento-Mobil. Carsten Rauer reflektiert: „Bei uns in der Wirtschaft steht das Produkt im Vordergrund, hier ist es genau anders herum, hier ist es der Mensch.“ 

Die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Janus Logistics, die bereits vier ehemalige Werkstattbeschäftigte sozialversicherungspflichtig angestellt haben, zeigt, wie erfolgreich der Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt gelingen kann. Auch im Fahrradladen Falagro tauschten Mitarbeitende ihre Arbeitsplätze und lernten voneinander. Michael Dücker, Inhaber von Falagro, war beeindruckt von der Teamarbeit und Präzision in den Werkstätten. Klaus Hogelucht-Schücker und Tobias Plugge von der Übergangsförderung sehen im Schichtwechsel eine wertvolle Chance für beide Seiten: „Der Aktionstag hilft, Vorurteile abzubauen und zeigt, welche Fähigkeiten und Potenziale in den Menschen stecken.“

Ein bundesweiter Impuls für Inklusion

Der Aktionstag wird seit 2019 von der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) koordiniert und verzeichnete in diesem Jahr mit rund 4.800 Teilnehmenden einen neuen Rekord. 

Die Wittekindshofer Werkstätten möchten auch in Zukunft weitere Unternehmen für den Schichtwechsel begeistern und so die Vielfalt ihrer Tätigkeiten und die Chancen für Menschen mit Beeinträchtigung weiter stärken.