Gesundheit

Prävention mit allen Sinnen Über 100 Teilnehmende nutzen Angebote beim Gesundheitstag im Bildungswerk Wittekindshof

Konzentriert blickt ein junger Mann auf den Bildschirm vor sich. Seine Hände umfassen den Lenker eines E-Scooters. Während er an einer Reihe von Autos vorbeifährt, taucht plötzlich eine ältere Dame mit Rollator vor ihm auf. Er bremst und verhindert so den Zusammenstoß in der Fahrtrainingssimulation. „Genau so ist es richtig. Du hast zuerst das Tempo verringert und konntest dann schnell reagieren und bremsen“, lobt Bernd Meinhardt von der Verkehrswacht Minden-Lübbecke.

Beim Gesundheitstag im Bildungswerk Wittekindshof (BWW) ging es um verschiedene Aspekte der Gesundheitsvorsorge: von Verkehrssicherheit und Erster Hilfe bis zu Entspannung und Stressabbau. Ernährung und den bewussten Umgang mit Süßigkeiten, Energydrinks und Pizza, Bewegungsangebote, Yoga, progressive Muskelentspannung, gesunden Schlaf und Körperpflege sowie Verkehrssicherheit, Erste Hilfe, Feuerwehrarbeit, den Umgang mit Alkohol und Trommeln.

Per Rallye zu mehr Gesundheit 

Organisiert wurde der Gesundheitstag vom Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst des BWW. 

Das Bildungswerk unterstützt junge Menschen mit Lernschwierigkeiten und/oder im Autismus-Spektrum beim Einstieg ins Berufsleben. Das Angebot reicht von Maßnahmen zur Berufsorientierung bis hin zu anerkannten Berufsausbildungen. Insgesamt werden 20 verschiedene Ausbildungsberufe angeboten – unter anderem in den Bereichen Ernährung und Hauswirtschaft, Farbtechnik, Gartenbau, Handel und Verkauf, Holztechnik und Metalltechnik. Träger der Maßnahmen ist die Agentur für Arbeit. 

Mehr als 100 Teilnehmende, darunter pädagogische Fachkräfte sowie Ausbilderinnen und Ausbilder, nutzten das Angebot. In Form einer Gesundheitsrallye besuchten die jungen Frauen und Männer verschiedene Stationen. 

Volle Konzentration am E-Scooter-Simulator: Bernd Meinhardt von der Verkehrswacht Minden-Lübbecke erklärt den Teilnehmenden des Gesundheitstags im Bildungswerk Wittekindshof, worauf sie im Straßenverkehr achten müssen.
Rhythmusgefühl ist gefragt: Hans Schneider von SanSanne Mango aus Bad Oeynhausen leitet eine Trommelsession. Das baut Stress ab und sorgt für Spaß im Bildungswerk.
Realistische Unfalldarstellung für den Ernstfall: Christian Gieske von der Wildburg Outdoor-Akademie demonstriert mit viel Kunstblut und einem Messer im Oberschenkel eine Verletzung. Teilnehmende des Bildungswerks leisten Erste Hilfe.

Am E-Scooter-Simulator erklärte Bernd Meinhardt, worauf es im Straßenverkehr ankommt. Die Teilnehmenden konnten das Fahrverhalten und ihre Reaktionsgeschwindigkeit testen. „Unser Ziel ist es, dafür zu sensibilisieren, aufmerksam und vorausschauend zu fahren“, sagte Bernd Meinhardt. Gerade für junge Menschen, die häufig mit E-Scootern unterwegs seien, sei es wichtig, Risiken zu erkennen und Unfälle zu vermeiden. 

Bei einer Trommelsession mit Hans Schneider von SanSanne Mango aus Bad Oeynhausen standen Rhythmus und Kreativität im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden probierten verschiedene Techniken aus und entwickelten gemeinsam eigene Rhythmen. „Trommeln macht Spaß und baut Stress ab“, erklärte Hans Schneider.

Wie wichtig schnelles und richtiges Handeln im Notfall ist, zeigte Christian Gieske von der Wildburg Outdoor-Akademie aus Detmold. Für seinen Erste-Hilfe-Kurs stellte er eine Unfallsituation mit einem künstlichen Messer im Oberschenkel und Kunstblut dar. Unter seiner Anleitung leisteten Freiwillige Erste Hilfe. Die Übung vermittelte, wie sich Ersthelfende in einer solchen Situation verhalten können. 

Tom Schmidt aus Petershagen gab Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr. Dr. Michael Hoffknecht, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Melle, thematisierte die Auswirkungen von Alkohol auf Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit. Mithilfe spezieller Alkoholbrillen erlebten die Teilnehmenden, wie sich die Wahrnehmung unter Alkoholeinfluss verändert und dadurch Reaktionsvermögen und Urteilsfähigkeit beeinträchtigt werden.

Prävention ist vielfältig

„Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit“, betonte Kerstin Diekmann, Leiterin des Wittekindshofer Instituts für Gesundheit und Beratung. „Mit unserem Gesundheitstag haben wir über 100 Auszubildenden gezeigt, wie vielfältig Prävention sein kann, von ausgewogener Ernährung und Bewegung über Entspannung und gesunden Schlaf bis hin zu einem gepflegten Äußeren, Sicherheit im Alltag und mentaler Stärke. Möglich wurde das nur durch unser starkes Netzwerk aus Kooperationspartnern, das wir als Institut für Gesundheit und Beratung stetig weiter ausbauen.“

Institut für Gesundheit und Beratung

Das Wittekindshofer Institut für Gesundheit und Beratung (IfGB) unterstützt Unternehmen dabei, die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden nachhaltig zu stärken. Das Angebot richtet sich an Beschäftigte und Führungskräfte und umfasst unter anderem individuelles Coaching, ein vertrauliches Employee Assistance Program (EAP), Teamentwicklung mit Reteaming, Führungskräftebegleitung sowie Unterstützung beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM). 

Mit praxisnahen und individuell zugeschnittenen Lösungen begleitet das Institut Organisationen auf dem Weg zu einer gesunden und erfolgreichen Arbeitskultur. Am 13. Oktober 2026 lädt das IfGB von 15.30 bis 17 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in der Kapelle des Wittekindshof, Kapellenweg 5, Bad Oeynhausen-Volmerdingsen. Geschäftsführungen, Personalverantwortliche und Führungskräfte erwartet ein kompakter Überblick über die Angebote, Raum für Austausch und Vernetzung. Anmeldung unter ifgb(at)wittekindshof.de oder telefonisch bei Kerstin Diekmann unter (05734) 61 1310.